Seite wählen

Als Thomas am Küchentisch sitzt und auf seine Jahresstromrechnung starrt, wird ihm zum ersten Mal richtig bewusst, wie sehr sich die Energiekosten in den letzten Jahren entwickelt haben. Über zweitausend Euro für Strom, und das bei einem ganz normalen Vierpersonenhaushalt. Sein Nachbar hat vor zwei Jahren Solarpaneele aufs Dach montieren lassen und schwärmt seitdem von seiner niedrigen Stromrechnung. Also beginnt Thomas zu recherchieren, holt erste Angebote ein und findet sich plötzlich in einem Dschungel aus Fachbegriffen wieder. Kilowatt-Peak, Wechselrichter, Eigenverbrauchsquote, monokristallin, String-Wechselrichter versus Mikro-Wechselrichter. Je mehr er liest, desto verwirrter wird er. Im Photovoltaik-Forum traut er sich kaum, seine Fragen zu stellen, weil alle anderen scheinbar schon so viel mehr wissen. Diese Situation kennen viele, und genau deshalb lohnt es sich, einmal bei den absoluten Grundlagen anzufangen und zu erklären, was hinter dieser Technologie eigentlich steckt.

Grundlagen der Photovoltaik verstehen

Das Grundprinzip der Photovoltaik ist erstaunlich elegant und lässt sich ohne Physikstudium verstehen. Stellen Sie sich eine Solarzelle wie eine Art Lichtfalle vor, die Sonnenstrahlen einfängt und deren Energie nutzt, um Elektronen in Bewegung zu versetzen. Diese Bewegung von Elektronen ist nichts anderes als elektrischer Strom. Das Material, aus dem Solarzellen bestehen, ist in der Regel Silizium, ein Halbleiter, der die besondere Eigenschaft hat, unter Lichteinfall Elektronen freizusetzen. Wenn Lichtteilchen, sogenannte Photonen, auf die Oberfläche der Zelle treffen, übertragen sie ihre Energie auf Elektronen im Material und stoßen diese gewissermaßen an. Durch einen geschickten Aufbau der Zelle mit verschiedenen Schichten entsteht ein elektrisches Feld, das diese freigesetzten Elektronen in eine bestimmte Richtung lenkt, wodurch ein nutzbarer Stromfluss entsteht. Ein weit verbreiteter Irrtum ist die Annahme, dass Solarzellen nur bei strahlendem Sonnenschein funktionieren. Tatsächlich erzeugen sie auch bei bewölktem Himmel Strom, weil selbst diffuses Tageslicht genügend Energie enthält, um den beschriebenen Prozess in Gang zu setzen. Die Ausbeute ist dann zwar geringer als an einem wolkenlosen Sommertag, aber die Anlage arbeitet dennoch und trägt zur Stromversorgung bei.


Die Komponenten einer Photovoltaikanlage

Eine Photovoltaikanlage besteht aus mehreren Komponenten, die zusammenspielen müssen, damit am Ende nutzbarer Strom aus der Steckdose kommt. Die sichtbarsten Elemente sind natürlich die Solarmodule auf dem Dach, die aus vielen einzelnen Solarzellen zusammengesetzt sind und gemeinsam eine größere Leistung erbringen. Diese Module erzeugen Gleichstrom, der allerdings nicht direkt im Haushalt verwendet werden kann, weil unsere Geräte und das öffentliche Stromnetz mit Wechselstrom arbeiten. Hier kommt der Wechselrichter ins Spiel, der oft als das Herzstück der Anlage bezeichnet wird. Seine Aufgabe ist die Umwandlung des Gleichstroms in Wechselstrom mit der passenden Frequenz und Spannung. Moderne Wechselrichter übernehmen darüber hinaus wichtige Steuerungs- und Überwachungsfunktionen, sie optimieren die Leistung der Module, überwachen die Anlage auf Fehler und kommunizieren mit dem Energiemanagementsystem des Haushalts. Die Verkabelung verbindet alle Komponenten miteinander und muss fachgerecht ausgeführt werden, um Leistungsverluste und Sicherheitsrisiken zu minimieren. Optional kann ein Batteriespeicher ergänzt werden, der überschüssigen Strom zwischenspeichert und später zur Verfügung stellt, etwa in den Abendstunden, wenn die Sonne nicht mehr scheint, aber der Haushalt noch Strom benötigt. Bei den Modulen selbst unterscheidet man hauptsächlich zwischen monokristallinen und polykristallinen Varianten. Monokristalline Module bestehen aus einheitlichen Siliziumkristallen und erreichen in der Regel höhere Wirkungsgrade, weshalb sie bei gleicher Fläche mehr Strom erzeugen. Polykristalline Module werden aus zusammengeschmolzenen Siliziumfragmenten gefertigt, sind oft etwas günstiger in der Herstellung, erreichen aber typischerweise niedrigere Wirkungsgrade. Beide Varianten haben ihre Berechtigung, und die Wahl hängt von individuellen Faktoren wie verfügbarer Dachfläche und Budget ab.


Wichtige Kennzahlen der Photovoltaik

Um Angebote vergleichen und die Leistung einer Anlage einschätzen zu können, sollten Einsteiger einige zentrale Kennzahlen verstehen. Die wichtigste Größe ist Kilowatt-Peak, abgekürzt kWp, die die maximale Leistung einer Anlage unter standardisierten Testbedingungen angibt. Diese Testbedingungen simulieren optimale Verhältnisse mit einer definierten Lichtintensität und Temperatur, die in der Praxis selten erreicht werden. Dennoch ermöglicht diese Angabe einen objektiven Vergleich verschiedener Module und Anlagen. Um ein Gefühl für diese Größenordnung zu bekommen, kann man sich vorstellen, dass ein durchschnittlicher Haartrockner etwa zwei Kilowatt Leistung aufnimmt. Eine typische Anlage auf einem Einfamilienhaus umfasst zwischen fünf und zehn Kilowatt-Peak und erzeugt in Deutschland je nach Standort, Ausrichtung und Verschattung zwischen 900 und 1100 Kilowattstunden pro installiertem Kilowatt-Peak im Jahr. Eine Anlage mit acht Kilowatt-Peak kann also grob zwischen 7200 und 8800 Kilowattstunden jährlich produzieren. Der Begriff Eigenverbrauch beschreibt den Anteil des selbst erzeugten Stroms, der direkt im Haushalt verbraucht wird, während die Einspeisung den überschüssigen Strom bezeichnet, der ins öffentliche Netz abgegeben wird. Ein hoher Eigenverbrauch ist wirtschaftlich vorteilhaft, weil jede selbst verbrauchte Kilowattstunde den teuren Strombezug vom Versorger ersetzt, während für eingespeisten Strom nur die deutlich niedrigere Einspeisevergütung gezahlt wird. Wer tagsüber viel Strom verbraucht, etwa durch Homeoffice, elektrische Warmwasserbereitung oder später ein Elektrofahrzeug, profitiert daher besonders von einer Photovoltaikanlage.

Wirtschaftlichkeit und häufige Fehler

Die Frage der Wirtschaftlichkeit bewegt die meisten Interessenten am stärksten, und sie lässt sich nicht pauschal beantworten, weil viele individuelle Faktoren eine Rolle spielen. Die Anschaffungskosten bilden die Grundlage jeder Berechnung und variieren je nach Anlagengröße, gewählten Komponenten und regionalen Installationskosten erheblich. Die zukünftige Entwicklung der Strompreise ist naturgemäß ungewiss, beeinflusst aber maßgeblich, wie viel Geld durch den vermiedenen Strombezug eingespart wird. Der bereits erwähnte Eigenverbrauchsanteil bestimmt, wie viel des erzeugten Stroms den teuren Netzstrom ersetzt und wie viel zu geringeren Vergütungssätzen eingespeist wird. Die Einspeisevergütung selbst ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz geregelt und ändert sich regelmäßig, weshalb aktuelle Sätze beim zuständigen Netzbetreiber oder bei der Bundesnetzagentur erfragt werden sollten. Unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen amortisieren sich Photovoltaikanlagen häufig innerhalb von zehn bis vierzehn Jahren, wobei dies stark von den genannten Faktoren abhängt. Da die Module eine Lebensdauer von 25 Jahren und mehr erreichen können, ergibt sich danach noch ein langer Zeitraum, in dem die Anlage ohne wesentliche Kosten Erträge abwirft. Diese Zahlen sollten allerdings als grobe Orientierung verstanden werden und keinesfalls als Garantie, denn die tatsächliche Rendite hängt von Entwicklungen ab, die niemand mit Sicherheit vorhersagen kann.

Zum Abschluss lohnt es sich, einige häufige Anfängerfehler und Missverständnisse anzusprechen, die in Beratungsgesprächen und Forenbeiträgen immer wieder auftauchen. Viele Einsteiger glauben, dass eine möglichst große Anlage automatisch die beste Wahl sei, aber diese Rechnung geht nur auf, wenn der erzeugte Strom auch sinnvoll genutzt werden kann. Wer tagsüber kaum zu Hause ist und keinen Speicher hat, speist den größten Teil seines Solarstroms zu niedrigen Vergütungssätzen ein und verschenkt damit wirtschaftliches Potenzial. Eine kleinere, auf den tatsächlichen Verbrauch abgestimmte Anlage kann unter Umständen die klügere Investition sein. Ein weiterer verbreiteter Mythos betrifft die Dachausrichtung. Natürlich erzielt ein nach Süden ausgerichtetes Dach ohne Verschattung die höchsten Erträge, aber auch Ost-West-Ausrichtungen sind keineswegs unsinnig. Im Gegenteil bieten sie den Vorteil, dass die Stromproduktion gleichmäßiger über den Tag verteilt ist, weil morgens das Ostdach und nachmittags das Westdach den Hauptbeitrag leistet. Dies kann sogar zu einem höheren Eigenverbrauch führen, weil die Erzeugungsspitze nicht in die Mittagsstunden fällt, wenn viele Haushalte wenig Strom benötigen. Schließlich sollten sich Einsteiger nicht von drängenden Verkaufsgesprächen oder zeitlich befristeten Sonderangeboten unter Druck setzen lassen. Eine Photovoltaikanlage ist eine langfristige Investition, die gut durchdacht sein will. Es empfiehlt sich, mehrere Angebote von verschiedenen Anbietern einzuholen, diese in Ruhe zu vergleichen und im Zweifel Rat in der Community zu suchen. Die Forenmitglieder helfen gern dabei, Angebote einzuordnen und auf mögliche Fallstricke hinzuweisen, denn genau dafür ist diese Gemeinschaft da.

Häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert eine Photovoltaikanlage?

Eine Photovoltaikanlage wandelt Sonnenlicht in elektrischen Strom um. Solarzellen fangen Sonnenstrahlen ein und erzeugen durch die Bewegung von Elektronen Strom.

Was ist der Unterschied zwischen monokristallinen und polykristallinen Modulen?

Monokristalline Module bestehen aus einheitlichen Siliziumkristallen und sind effizienter. Polykristalline Module sind günstiger, aber haben niedrigere Wirkungsgrade.

Wie wichtig ist die Ausrichtung des Daches für eine Photovoltaikanlage?

Die Ausrichtung beeinflusst die Stromerzeugung. Ein Süddach erzielt höchste Erträge, aber Ost-West-Ausrichtungen können den Eigenverbrauch durch gleichmäßigere Verteilung steigern.

Was bedeutet Kilowatt-Peak (kWp)?

Kilowatt-Peak gibt die maximale Leistung einer Photovoltaikanlage unter optimalen Testbedingungen an und dient zum Vergleich verschiedener Anlagen.

Wie lange dauert es, bis sich eine Photovoltaikanlage amortisiert?

In der Regel amortisiert sich eine Photovoltaikanlage innerhalb von zehn bis vierzehn Jahren, abhängig von Faktoren wie Anlagengröße und Strompreisentwicklung.

* Partnerprogrammhinweis: Wir erhalten ggf. eine Werbekostenverguetung, diese hilft uns das Forum zu betreiben. Fuer dich entstehen keine Mehrkosten.