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Welche Verbraucher lassen sich sinnvoll per PV-Überschuss automatisieren?

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T.Weber
Beiträge: 9
Themenstarter
(@t-weber)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#214]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade damit, meine PV-Anlage (9,6 kWp, seit letztem Jahr in Betrieb) besser mit dem Smart Home zu verknüpfen. Im Moment läuft eigentlich alles noch recht manuell – ich schaue morgens auf die Wettervorhersage und schalte dann bestimmte Geräte von Hand ein wenn die Produktion gut ist. Das ist natürlich auf Dauer keine Lösung.

Jetzt möchte ich endlich automatisieren, aber ich bin mir nicht ganz sicher wo ich anfangen soll. Konkret geht es mir darum: Welche Geräte/Verbraucher lassen sich überhaupt sinnvoll per PV-Überschuss steuern und was braucht man dazu technisch? Ich hab eine Wärmepumpe fürs Warmwasser, eine Klimaanlage (die ich diesen Sommer das erste Mal so richtig nutze), eine Wallbox und einen Geschirrspüler.

Mein Wechselrichter ist von Fronius, der hat soweit ich weiß eine API. Aber ich weiß nicht ob ich da einfach irgendein Smart Home System draufsetzen kann oder ob ich besonders auf Kompatibilität achten muss. Hat jemand sowas schon umgesetzt? Was würdet ihr als ersten Schritt empfehlen – einfach mit einem Gerät anfangen oder gleich alles auf einmal integrieren? Und gibt es Systeme die ihr besonders empfehlen könnt oder eher meiden solltet?

Viele Grüße
T.Weber


4 Antworten
TechMike_87
Beiträge: 6
(@techmike_87)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Technisch gesehen lassen sich die Prioritäten so ordnen:

1. Warmwasser-WP: höchste Pufferkapazität, SG-Ready macht das sehr einfach, quasi Plug-and-Play wenn die WP das unterstützt
2. Wallbox: größter einzelner Verbraucher, lohnt sich am meisten, braucht aber bidirektionale Kommunikation für dynamisches Laden
3. Klimaanlage: je nach Modell schwierig zu integrieren, Mitsubishi/Daikin haben eigene Cloud-APIs aber die sind nicht immer zuverlässig
4. Spülmaschine: geringste Priorität, Einschaltverzögerung reicht meist

Zur API-Thematik: Fronius Symo und Gen24 Geräte liefern per /solar_api/v1/GetPowerFlowRealtimeData.fcgi sehr saubere Echtzeitdaten, Update-Rate ist 1 Sekunde. Das ist für Heimautomation mehr als ausreichend.

Ich hab im DC/AC-Verlust-Thread schon angesprochen dass man die Wandlungsverluste bei solchen Berechnungen nicht vergessen sollte – gerade wenn man Schwellenwerte für die Automatisierung festlegt, lieber 100-150W Puffer einrechnen damit man nicht mehr aus dem Netz zieht als gedacht.


Antwort
M.Weber
Beiträge: 5
(@m-weber)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich seh das ein bisschen anders als die Kollegen hier. Bevor man anfängt alles zu automatisieren sollte man erstmal sicher sein dass die Grundmessung stimmt – also dass der Wechselrichter wirklich zuverlässige Echtdaten liefert und nicht nur 15-Sekunden-Mittelwerte oder sowas. Gerade bei schnell wechselnden Verbrauchern wie der Wallbox kann das zu komischen Schaltverhalten führen.

Ich hatte bei meiner alten Anlage genau das Problem – der Wechselrichter hat verzögert gemessen und die Automatisierung hat dann immer in die falsche Richtung geschaltet. Da hatte ich ja auch schon bei einem anderen Thema Probleme mit der Datenqualität vom Wechselrichter beschrieben.

Fronius ist da eigentlich gut, aber ich würde trotzdem erstmal schauen wie schnell die API antwortet bevor man aufwändige Automationen drauf aufbaut.


Antwort
Robert H.
Beiträge: 4
(@r-hoffmann43)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Guten Tag T.Weber,

das ist ein Thema das mich auch schon eine Weile beschäftigt. Bei Fronius bietet sich eigentlich das hauseigene System "Solar.web" als Ausgangspunkt an, aber für wirklich flexible Automatisierung kommt man um eine externe Lösung oft nicht herum.

Ich würde mit der Warmwasser-Wärmepumpe anfangen – die ist vom Prinzip her ideal für Überschusssteuerung, weil sie thermisch puffert und man sie relativ problemlos per SG-Ready-Signal oder Modbus ansprechen kann. Das ist auch ohne viel Programmierwissen umsetzbar.

Die Wallbox ist etwas aufwändiger, da braucht man je nach Hersteller entweder eine OCPP-fähige Box oder eine mit eigenem API. Was hast du da genau?

Für die Gesamtsteuerung schauen sich viele hier im Forum inzwischen openHAB oder ioBroker an – beide haben Fronius-Adapter und laufen auf einem kleinen Raspberry Pi. Das ist natürlich etwas technikaffiner, aber wenn man einmal drin ist sehr mächtig. Gibt übrigens auch fertige Komplettlösungen von z.B. Loxone oder KNX, aber das kostet dann deutlich mehr.


Antwort
Marcus-Hoffmann
Beiträge: 3
(@marcus-hoffmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Guter Überblick von TechMike oben, dem kann ich so zustimmen.

Ich würde noch ergänzen: wer nicht selbst programmieren will, für den gibt es inzwischen auch kommerzielle Energiemanager die das out-of-the-box können. SMA hat den Sunny Home Manager, Fronius selbst hat Optionen über das Ohmpilot-System speziell für Warmwasser. Das kostet zwar extra, aber man spart sich die ganze Bastelei.

Für die Urlaubsplanung im Sommer ist das übrigens auch relevant – wenn man zwei Wochen weg ist will man ja nicht dass die Wallbox oder WP wild schalten ohne dass jemand zu Hause ist. Da kann man in den meisten Systemen Zeitfenster oder Abwesenheitsmodi definieren. Hab das bei mir für die kommenden Ferien auch schon eingerichtet.


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