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Förderantrag selbst oder vom Installateur? Realistische CO2-Bilanz entscheidend

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Thomas K.
Beiträge: 6
Themenstarter
(@skeptiker47)
Active Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten
[#56]

Moin zusammen,

ich bin dabei, meine erste PV-Anlage zu planen und stoße überall auf die Frage: Sollen die Installateure die Förderanträge (KfW/BAFA) einreichen oder mache ich das selbst? Die meisten Betriebe wollen dafür extra Geld, teilweise 500–1000€.

Aber ehrlich gesagt interessiert mich auch, was diese Förderung wirklich bringt. Ich sehe da überall optimistische Prognosen zur Netzeinspeisung – im Sommer sieht es gut aus, aber wie realistisch sind die CO2-Einsparungen tatsächlich? Wenn der Strom im Winter zu 40% aus Gas kommt, fällt die Bilanz doch völlig anders aus als die Gutachten suggerieren.

Meine konkrete Frage: Lohnt sich die professionelle Abwicklung durch den Installateur überhaupt, wenn ich die Anträge mit etwas Recherche selbst einreiche? Und können die Betriebe beim Antrag überhaupt ehrliche Zahlen liefern, oder sind das nur Sales-Papiere?

Danke für ehrliche Erfahrungen.


2 Antworten
Marcus-Hoffmann
Beiträge: 3
(@marcus-hoffmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Hallo Thomas,

ne gute Frage – würde ich auf zwei Ebenen trennen. Erstens die Förderabwicklung selbst: Die Anträge sind tatsächlich machbar für DIY, wenn du Zeit hast. KfW braucht vor allem Nachweise (technische Unterlagen, Fachunternehmererklärung) – dein Installateur muss die eh liefern. Zweite Ebene ist die Vorababstimmung: Manche Programme setzen voraus, dass Leistung und Eckdaten vorher geprüft werden. Das macht handwerklich Sinn, aber kostet extra.

Zur realistischen CO2-Bilanz: Du hast recht skeptisch zu sein. Der Strommix ändert sich ständig – was 2024 stimmt, gilt 2025 anders. Serioso Betriebe rechnen mit 550g/kWh (bundesweiter Schnitt), manche nehmen 450g. Der Sommerüberschuss ist immer überrepräsentiert in den Prognosen, weil da die Einspeisung glänzt.

Meine Erfahrung: Eigenabwicklung spart Geld, kostet aber Recherche. Mit Smart-Home-Integration (die ich ja mache) würde ich den Installateur holholen – der kennt Wechselrichter-APIs und Speicherlogiken, die beim reinen Förderantrag nicht relevant sind, aber die CO2-Bilanz massiv verbessern.

Grüße, Marcus


Antwort
Marco-Steinbach
Beiträge: 6
(@marco-steinbach)
Active Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Thomas, du sprichst da den wichtigsten Punkt an: realistische vs. vermarktete Zahlen. Ich analysiere regelmäßig Anlage-Rentabilität, und die Förderanträge sind oft ein reines Verwaltungsspiel – weder der Installateur noch der Antragsteller kriegt dadurch bessere CO2-Einsparungen.

Zur operativen Frage: Die Antragskosten amortisieren sich fast nie. KfW 270/271 brauchst du den Fachunternehmer-Nachweis, aber den schuldest du dem Amt, nicht der Dienstleistung "Antrag schreiben". Wenn der Betrieb das absichtlich als Paket verkauft (Montage + Antrag = X€), ist das kalkulatorisch okay. Als Einzelposition: überflüssig.

Realistisches Beispiel einer 8kWp im Süden: Summereinspeisung top, Winter stark gedrosselt – echte Jahresbilanz liegt 25% unter den Gutachten. Grund: Netzstrom-Rückbezug im Winter (Heizung, Dunkelheit). Die CO2-Ersparnis hängt also am Speicher oder deinem Eigenverbrauchsmuster, nicht an der Förderung selbst.

Mein Rat: Antrag selbst, aber gutes Speicher- und Monitoring-Setup buchen. Das rentiert sich.

Marco


Antwort
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