Hallo zusammen,
ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit dem Gedanken, eine Photovoltaikanlage zu installieren. Meine Situation ist etwas speziell und ich bin mir unsicher, ob sich das wirtschaftlich lohnt.
Zu meinen Rahmenbedingungen: Ich habe ein relativ kleines Dach (ca. 35 qm nach Süden ausgerichtet), auf dem maximal 6-7 kWp Platz finden würden. Gleichzeitig haben wir aber einen sehr hohen Stromverbrauch - etwa 5500 kWh im Jahr durch Wärmepumpe, E-Auto und Home-Office. Die Wärmepumpe läuft hauptsächlich im Winter, das E-Auto wird aber täglich geladen.
Ein Installateur hat mir ein Angebot über 18.000 Euro für 6,2 kWp gemacht. Bei den aktuellen Strompreisen von 32 Cent und der Einspeisevergütung von 8,2 Cent rechne ich mit etwa 30% Eigenverbrauchsanteil über das Jahr gesehen.
Meine Frage: Kann sich eine so kleine Anlage bei diesem hohen Verbrauch überhaupt amortisieren? Oder sollte ich lieber warten und eventuell das Garagendach mit einbeziehen, auch wenn das nach Osten ausgerichtet ist?
Freue mich über eure Erfahrungen und Einschätzungen!
Viele Grüße
Walter
Hallo Walter,
aus wirtschaftlicher Sicht würde ich eine differenziertere Betrachtung empfehlen. Ihre Kalkulation mit 30% Eigenverbrauch ist konservativ geschätzt - mit intelligenter Steuerung der Verbraucher können Sie das durchaus auf 40-45% steigern.
Zentral ist auch die Preisentwicklung: Bei einer jährlichen Strompreissteigerung von 3-4% verkürzt sich die Amortisationszeit erheblich. In 10 Jahren zahlen Sie möglicherweise 45-50 Cent pro kWh.
Mein Rat: Holen Sie sich ein zweites Angebot ein und prüfen Sie die Möglichkeit einer Ost-West-Ausrichtung mit Garagendach. Eine 10 kWp Anlage für 25.000-28.000 Euro wäre wirtschaftlich deutlich attraktiver und Sie könnten Ihren Eigenverbrauchsanteil bei dem hohen Grundverbrauch besser ausschöpfen.
Ergänzend sollten Sie über einen Batteriespeicher nachdenken - bei Ihrem Verbrauchsprofil könnte sich das rechnen.
Hi Walter,
bei deinem hohen Verbrauch würde ich auf jeden Fall zuschlagen! 30% Eigenverbrauch ist doch schon mal nicht schlecht. Mit 6,2 kWp erzeugst du etwa 5800-6200 kWh im Jahr, davon verbrauchst du direkt ca. 1800 kWh selbst. Das sind bei 32 Cent Strompreis schon 576 Euro Ersparnis jährlich, plus nochmal etwa 360 Euro Einspeisevergütung für die restlichen 4400 kWh.
Macht zusammen knapp 940 Euro im Jahr. Bei 18.000 Euro Investition wärst du nach etwa 19 Jahren raus - das ist grenzwertig, aber mit steigenden Strompreisen wird's besser. Wichtiger Punkt: Kannst du den Eigenverbrauch noch optimieren? Vielleicht E-Auto tagsüber laden oder Wärmepumpe zeitlich steuern?
Walter, ich sehe das kritischer. 19 Jahre Amortisation ist schon sehr lang, besonders bei einer so kleinen Anlage. Die Gefahr von Reparaturen und Wechselrichtertausch nach 12-15 Jahren ist real.
Ich hatte ähnliche Überlegungen und bin froh, dass ich auf eine größere Lösung gewartet habe. Das Garagendach nach Osten bringt immer noch 80-85% des Süd-Ertrags. Damit könntest du auf 10-12 kWp kommen und die Wirtschaftlichkeit würde sich deutlich verbessern.
Bei meinem Smart Home System kann ich mittlerweile auch die Ost-Module gut nutzen für morgendlichen Verbrauch. Überleg dir das nochmal - manchmal ist größer wirtschaftlicher, auch wenn die Anfangsinvestition höher ist.
Ich hab da gute Erfahrungen gemacht mit einem Onlinevergleich für regionale Anbieter - bekommst schnell mehrere Angebote und kannst die Preise direkt vergleichen. Hat mir damals echt Zeit gespart und ich konnte am Ende 15% sparen gegenüber dem ersten Kostenvoranschlag. Angebotsvergleich
Hallo Walter,
deine Situation ist gar nicht so ungewöhnlich. Bei deinem hohen Verbrauch und den 6,2 kWp würde ich eher mit 40-50% Eigenverbrauch rechnen, besonders wenn du das E-Auto tagsüber laden kannst.
18.000 Euro für 6,2 kWp ist schon ordentlich, das sind fast 2900 Euro/kWp. Da würde ich nochmal nachverhandeln oder andere Angebote einholen. Mit vernünftigen Preisen um die 15.000 Euro amortisiert sich das bei deinem Verbrauch locker in 10-12 Jahren.
Das Garagendach nach Osten bringt immerhin noch 80% des Süddach-Ertrags, also durchaus sinnvoll als Ergänzung. Würde erstmal mit dem Süddach anfangen und schauen wie sich der Eigenverbrauch entwickelt. Bei 5500 kWh Verbrauch ist jede kWh selbst produzierter Strom bares Geld wert.
Kleiner Tipp: Schau dir auch mal Stromspeicher an, auch wenn die Wirtschaftlichkeit knapp ist. Bei deinem Verbrauchsprofil könnte das den Eigenverbrauch nochmal deutlich steigern.
Grüße
D.Schneider