Hallo zusammen,
wir überlegen schon länger eine PV-Anlage aufs Dach zu setzen. Jetzt wo der Winter vorbei ist und ich die Dachfläche wieder richtig sehen kann, ist mir ein Problem aufgefallen: Eine große Eiche vom Nachbarn wirft einen Schatten auf etwa 1/3 unseres Süddachs. Besonders morgens und am späteren Nachmittag ist das ziemlich deutlich.
Mein Schwager meint, dann können wir's gleich lassen, weil ein verschattetes Modul die ganze Anlage lahmlegt. Stimmt das wirklich? Ich hab mal gehört es gibt da irgendwelche Optimierer oder so...
Die Verschattung ist nicht den ganzen Tag, hauptsächlich morgens bis ca. 10 Uhr und dann wieder ab 16 Uhr. Mittags scheint die Sonne voll drauf. Reicht das trotzdem für eine wirtschaftliche Anlage?
Was meint ihr - soll ich trotzdem Angebote einholen oder ist das wirklich verschwendete Zeit? Baum fällen ist leider keine Option, ist ein Naturdenkmal.
Danke schonmal!
Hey,
wie die anderen schon sagen - Optimierer sind der Weg. Hab ich auch verbaut wegen einem Kamin der Schatten wirft.
Ein Tipp: Schau dir mal im Sommer an wie der Schatten wandert, wenn die Eiche voll belaubt ist. Kann sein dass es dann noch 'ne andere Situation ist.
Und lass auf jeden Fall eine Verschattungsanalyse machen, gibt Software dafür. Ohne sowas würd ich nicht bauen.
Moin!
Kann Thomas nur zustimmen. Hab selber eine Anlage mit partieller Verschattung durch Schornstein und Antennenmasten. Mit SolarEdge Optimierern läuft das super.
Wichtig ist aber: Lass dir verschiedene Szenarien durchrechnen. Einmal mit normalen String-WR und einmal mit Optimierern. Dann siehst du, ob sich der Mehraufwand lohnt.
Die Verschattung morgens/abends ist übrigens nicht so dramatisch wie mittags - da ist die Sonneneinstrahlung eh schwächer. Das Gros des Ertrags holst du zwischen 10-16 Uhr, und da hast du ja freie Bahn.
Hallo Michael,
dein Schwager liegt nicht ganz richtig - verschattete Module können heute durchaus beherrschbar sein! Das Stichwort sind Leistungsoptimierer oder Mikrowechselrichter. Diese sorgen dafür, dass jedes Modul unabhängig arbeiten kann.
Bei klassischen String-Wechselrichtern ist es tatsächlich so, dass ein verschattetes Modul den ganzen String ausbremst. Mit Optimierern umgehst du dieses Problem. Die Kosten sind zwar etwas höher, aber bei deiner Verschattungssituation definitiv zu überlegen.
Meine Empfehlung: Lass dir trotzdem Angebote machen, aber achte darauf, dass der Anbieter die Verschattung richtig simuliert. Seriöse Anbieter können dir genau berechnen, wie sich das auf den Ertrag auswirkt. Bei nur teilweiser Verschattung morgens/abends kann sich das durchaus noch lohnen - die Mittagsstunden bringen ja den Hauptertrag.
Hier hatte ich mal die wichtigsten Planungsschritte zusammengefasst, falls du nochmal nachlesen magst.