Hallo zusammen,
ich plane gerade eine PV-Anlage auf einem 6-Familienhaus und stoße dabei auf ein interessantes Dilemma: Der Eigentümer möchte teilweise über ein Mieterstrommodell arbeiten, aber gleichzeitig auch einen Stromspeicher und eine kleine Hybrid-Lösung für den Gemeinschaftsbereich installieren.
Meine Frage: Lohnt sich 2026 noch ein gemischtes Modell, bei dem nicht alle Mieter über Mieterstrom versorgt werden? Die Förderung für Mieterstromanlagen wurde ja angepasst, und die alte Stromkostenersparnis-Umlage fällt weg.
Wie würde ich das technisch mit unterschiedlichen Wechselrichtern optimal auslegen? Macht es noch Sinn, einen klassischen Mieterstrom-WR für einige Einheiten zu nehmen und dann parallel eine größere netzgekoppelte Anlage mit Speicher für den Rest zu fahren? Oder sollte man da grundsätzlich umdenken?
Ich schätze realistische Zahlen – keine Gewinnversprechen. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
Da stimme ich Thomas zu – aber mit einer wichtigen Ergänzung: Die neuen EEG-Regelungen 2026 sind noch nicht komplett geklärt. Das betrifft insbesondere die Abgrenzung zwischen "gemeinschaftlicher Gebäudeversorgung" (neuer Begriff im GEG) und klassischem Mieterstrom.
Wenn die Anlage unter 30 kW bleibt und ihr wirklich nur Mieter versorgt, kann das günstiger werden als große Hybrid-Systeme. Aber genau hier lohnt sich eine Detailanalyse der zukünftigen Bilanzierungsregeln.
Für dein gemischtes Szenario (Mieter + Speicher + Hybrid): Das ist eher was für größere Projekte, wo die Investition in bessere Steuerung sich rentiert. Kleine MFH laufen da schnell in Ineffizienzen. Mein Rat: Mit dem Anbieter oder Planer erst die 2026er-Regelungen klären, bevor ihr in die Detailplanung geht. Die Förderlandschaft ist hier gerade im Umbruch.
Markus, das ist ne gute Frage, die ich so im Forum noch nicht gesehen habe. Kurz gesagt: 2026 wird's enger für gemischte Modelle, wenn du ehrlich rechnest.
Die entfallende Stromkosten-Umlage war ja lange Zeit das Zünglein an der Waage. Ohne die müssen deine Mieter deutlich weniger Ersparnisse durch den Mieterstrom sehen – das macht die Akzeptanz schwerer und die Wirtschaftlichkeit fragwürdig.
Technisch ist es natürlich machbar: separater String für Mieterstrom-WR, zweiter String für Speicher-Hybrid-System. Aber: Dachfläche, Statik, Verdrahtung, separate Zähler für Abrechnungen – die Komplexität steigt. Und damit auch die Betriebskosten.
Mein Eindruck: Besser ein klares Modell fahren als zwei halbherzige. Entweder rein Mieterstrom mit realistischem Tarif (10–12 ct/kWh), oder komplett klassische Netzeinspeisung mit Speicher für den Eigentümer. Was spricht denn der Eigentümer an – Mieterzufriedenheit oder ROI?