Moin zusammen, ich teste gerade verschiedene Balkonkraftwerk-Modelle bei uns in NRW und überlege, ob sich für die Familie auch ein größeres Mieterstrom-Projekt lohnt – wenn der Vermieter mitmacht. Meine Frage ist aber ehrlich: Wie sieht es aktuell mit den echten Kostenersparnissen aus?
Ich sehe überall Marketing von Mieterstrom-Anbietern mit Ersparnissen um 15-20 Prozent. Aber wenn ich die aktuellen Netzstrom-Tarife hier in der Region check – und die sind im Herbst teilweise wieder gesunken – dann frage ich mich: Sind diese Mieterstrom-Verträge wirklich noch günstiger? Oder rechnen die Anbieter mit alten Strompreisen?
Was habt ihr praktisch erlebt? Zahlt ihr bei Mieterstrom wirklich weniger als beim normalen Netz-Tarif, oder ist der Vorteil mittlerweile marginal geworden? Besonders interessiert mich: Wie sieht die Rechnung aus, wenn man die Betriebskosten (Wartung, Versicherung, Messgebühren) einrechnet?
Ich will da keine Schönrechnung – sondern wissen, ob sich das in meiner Situation überhaupt lohnt.
Pakir, da stimme ich dir zu – die Schönrechnerei ist echt nervig. Ich hab mir das letzte Jahr mehrere Angebote geholt, und bei zwei Anbietern fehlten einfach die Hidden Costs in der Rechnung.
Fakten, die ich gefunden hab: Wenn dein Haushalt weniger als 3.000-3.500 kWh im Jahr verbraucht, wird die ganze Rechnung schnell unrentabel. Dann ist einfach zu wenig Mieterstrom vorhanden, um die Fixkosten zu decken. Bei größeren Haushalten sieht es besser aus.
Was mir auch aufgefallen ist: Im Herbst und Winter sinken die Erträge so stark, dass der Vorteil zum Netzstrom oft unter 10 Prozent liegt. Das sagen die Anbieter aber nicht so deutlich.
Das ist eine berechtigte Frage, die viel zu selten gestellt wird. Ich habe das in meinen Projekten auch beobachtet: Viele Anbieter kalkulieren mit Strompreis-Szenarien, die nicht mehr passen.
Die Realität im Oktober 2024 ist, dass Haushaltsstrompreise regional sehr unterschiedlich sind – manche liegen bei 28-32 Cent, manche deutlich höher. Ein seriöser Mieterstrom-Vertrag sollte aktuell 18-22 Cent pro kWh anbieten, um wirklich günstiger zu sein als der Netzstrom. Das ist aber nicht garantiert.
Was die Betriebskosten angeht: Hier wird es oft ungenau. Messgebühren fallen an (ca. 20-40 Euro/Jahr), Versicherung, Wartung. Das reduziert die Ersparnisse um 2-4 Cent pro kWh, wenn man ehrlich kalkuliert.
Mein Tipp: Fordert vom Anbieter eine detaillierte Beispielrechnung an – nicht für ideale Bedingungen, sondern für eure tatsächliche Dachneigung und mit realistischen Ertragserwartungen im Herbst/Winter. Dann könnt ihr selbst prüfen, ob die Rechnung aufgeht.