Hallo zusammen,
ich bin relativ neu hier im Forum und freue mich schon auf den Austausch mit euch. Allerdings habe ich ein ziemlich frustrierendes Problem:
In unserer WEG (6 Parteien) haben wir in der Eigentümerversammlung im Mai einen Beschluss für eine gemeinschaftliche PV-Anlage mit Mieterstromabgabe gefasst. Die Mehrheit (4 von 6) war dafür, die Kosten sollten gerecht aufgeteilt werden. Jetzt im Oktober sollte es konkret werden – Planung, Wechselrichter-Auswahl, alles organisieren.
Aber: Zwei Eigentümer blocken ständig. Sie unterschreiben die notwendigen Unterlagen nicht, stellen plötzlich Fragen zur Statik auf, zweifeln an der Rentabilität. Der Verwalter sagt mir, dass technisch alles klar ist, aber rechtlich braucht man für die Umsetzung alle Unterschriften.
Wie geht ihr vor, wenn einzelne Eigentümer einen gefassten Mehrheitsbeschluss sabotieren? Gibt es da rechtliche Mittel? Oder muss man mit ihnen einzeln verhandeln? Ich möchte die Anlage noch 2026 ans Netz bringen, aber aktuell bin ich echt ratlos.
Danke für eure Tipps!
Hey SolarNeuling2943,
das ist eine knifflige Situation – kenne ich auch von anderen WEGs. Der Knackpunkt ist: Ein Mehrheitsbeschluss verpflichtet zwar alle Eigentümer, aber die praktische Umsetzung braucht trotzdem eine gewisse Kooperationsbereitschaft, besonders bei Unterschriften für Fragen, die die ganze Immobilie betreffen.
Mein Rat: Holt euch Unterstützung vom Verwalter und notfalls von einem Rechtsanwalt mit WEG-Erfahrung. Der kann gegenüber den Blockierern klarmachen, dass sie bei einem ordentlich gefassten Beschluss nicht einfach weitermachen können wie bisher. Manchmal hilft auch ein formales Schreiben – das wirkt, ohne dass es gleich zum Streit eskaliert.
Bei der Statik: Das ist legitim, aber nicht euer Problem als Eigentümer. Die prüft der Planer, die Versicherung deckt das ab. Macht nicht den Fehler, dass ihr wegen zwei Nörglern die ganze Planung verzögert.
Wichtig: Dokumentiert alles – jedes Telefonat, jede Email. Falls es zum Rechtsstreit kommt, ist das Gold wert.
Viel Erfolg dabei!
Moment – ich bin ja gerade wieder hier aktiv nach längerer Pause und muss ehrlich sagen: Ich hab das bei meiner damaligen Anlage vor zehn Jahren komplett anders erlebt. Da war das noch viel komplizierter mit WEGs, aber inzwischen habt ihr ja deutlich bessere rechtliche Grundlagen. Das Energiewirtschaftsgesetz und die Gebäudeenergiegesetz-Änderungen haben da ordentlich Druck gemacht, dass solche Projekte schneller vorangehen.
Zweite Frage aber: Sind eure Blockierer wirklich gegen die PV grundsätzlich, oder haben sie legitime Bedenken? Weil wenn sie echte Sorgen um Verschattung ihrer eigenen zukünftigen Anlage oder um Lasten haben – das sollte man ernst nehmen, auch wenn's nervt.