Hallo zusammen,
als Rentner habe ich mir jetzt endlich Zeit genommen, mich intensiv mit den technischen Grundlagen von PV-Anlagen zu beschäftigen. Ich plane eine Dachanlage für unser Einfamilienhaus und beschäftige mich gerade mit der Frage der optimalen Ausrichtung.
Unser Dach hat sowohl eine Süd- als auch eine Ost-West-Fläche. Bei den meisten Planungstools lese ich, dass Südausrichtung der Standard ist – aber ich frage mich, ob das wirklich für jeden sinnvoll ist. Unser Stromverbrauch ist eher gleichmäßig über den Tag verteilt (Wärmepumpe, die konstant lädt), mit Spitzen eher morgens und abends.
Ich versuche zu verstehen: Bei einer Ost-West-Anlage habe ich ja flachere Ertragskurven über den Tag verteilt – das könnte doch theoretisch besser zu unserem Verbrauch passen als der Mittagsspitzenberg bei Südausrichtung? Oder spreche ich da Unsinn?
Wie rechnet man das konkret durch? Geht es nur um absolute Kilowattstunden oder auch um die zeitliche Verteilung im Hinblick auf Eigenverbrauch vs. Speicherung?
Freue mich auf eure Erfahrungen und technischen Erklärungen.
Bin ehrlich: Bei den heutigen Speicherpreisen (Oktober 2026) würde ich trotz Eigenverbrauchsgedanken zur Südausrichtung tendieren. Warum? Die Speichertechnologie ist jetzt günstig genug, dass du die Mittagsspitzen einfach pufferst und die volle Solarleistung nutzen kannst.
Deine Ost-West-Überlegung ist nicht falsch, aber sie rechnet ohne aktuelles Smart-Meter und lastgesteuerte Wärmepumpen-Regelung – genau das hatte ich in meinem anderen Thread diskutiert. Modernes Smart Home kann die Ost-West-Vorteile eh ausgleichen, indem es die WP intelligent lädt.
Mein Rat: Speicher + Süd + intelligente Wärmepumpen-Steuerung schlägt Ost-West mittelfristig, auch wenn Ost-West kurzfristig weniger Speicherbedarf aussieht.
Guter Punkt mit dem Verbrauchsmuster! Du hast da durchaus recht, dass Ost-West flacher über den Tag verteilt ist. Das macht für Eigenverbrauch ohne Speicher einen echten Unterschied.
Bei deiner Wärmepumpe: Wenn die konstant lädt und du keinen großen Speicher hast, bringt dir die ausgeglichenere Erzeugung bei Ost-West prozentual mehr Eigenverbrauch – trotz etwas weniger Gesamtertrag (so -5-10% in der Summe). Das ist ein echter Vorteil.
Mit Speicher wird die Rechnung anders: Dann holst du auch die Mittagsspitzen mit Süd ab und zwischenlagern das. Aber ohne Speicher oder mit kleinem Speicher ist Ost-West oft die bessere Wahl bei eurer Situation.
Tipp: Lass dir die Stundenwerte für beide Varianten vom Installateur geben (nicht nur Jahressummen) und lege dein typisches Lastprofil drüber. Das zeigt dir real, wie viel Prozent du selbst nutzen kannst.