Hallo zusammen,
ich bin dabei, meine bestehende 12 kWp-Südanlage zu analysieren und überlege, ob eine Erweiterung mit Ost-West-Ausrichtung wirtschaftlicher für meinen Eigenverbrauch wäre. Meine aktuelle Anlage läuft seit 3 Jahren, und ich habe gemerkt, dass der klassische Mittags-Peak oft nicht optimal genutzt wird – die Eigenverbrauchsquote liegt bei etwa 35%.
Meine Überlegung: Mit Ost-West-Strings könnte ich den Ertrag stärker über den Tag verteilen und würde weniger Spitzenlast zur Mittagszeit haben. Das könnte bei meinem Wechselrichter-Setup (derzeit 10 kW Nennleistung) besser funktionieren, ohne dass ich den Wechselrichter austauschen muss.
Aber: Verliere ich nicht erheblich an Gesamtertrag, wenn ich von reiner Südausrichtung auf Ost-West umsteige? Und wie wirkt sich das im Herbst/Winter aus, wenn die Sonne ohnehin flach steht?
Hat jemand Erfahrungen mit einer solchen Hybrid-Konfiguration gemacht? Welche Kennzahlen sollte ich zur Wirtschaftlichkeitsberechnung heranziehen?
Thomas, die Frage ist legitim, aber ich möchte eine Gegenfrage stellen: Basierst du deine These des besseren Eigenverbrauchs auf simulierten Verbrauchsprofilen oder auf echten Messdaten aus deinem Haushalt?
Der klassische Fehler ist, anzunehmen, dass eine flachere Einspeisekurve automatisch zu höherem Eigenverbrauch führt. Das stimmt nur, wenn dein Verbrauchsprofil das hergibt. Bei den meisten Haushalten ist der Verbrauch morgens und abends leicht erhöht, aber die große Last sitzt immer noch zur Mittagszeit (Geschirrspüler, Wäschetrockner etc.).
Mein Rat: Nutze ein PV-Simulations-Tool, das Stundenwerte kann (PVGIS, PVsyst), und überlagere das mit deinem echten Stundenverbrauchsprofil. Erst dann weißt du, ob Ost-West tatsächlich wirtschaftlich ist. Reiner Süden könnte dir immer noch mehr Eigenverbrauch bringen – nur mit etwas Batteriespeicher zur Verlagerung.