Hallo zusammen,
ich liebäugle schon länger mit einer Mini-Solaranlage für meinen Balkon. Jetzt im Sommer sehe ich täglich, wie viel Sonne ungenutzt auf meinen Südbalkon scheint und ärgere mich über die hohen Stromrechnungen wegen der Klimaanlage.
Das Problem: Ich bin oft tagsüber nicht da (Job) und auch über die Sommermonate plane ich 3-4 Wochen Urlaub. Da läuft eigentlich nur der Kühlschrank und bisschen Standby-Verbrauch. Eine normale 600W Anlage würde also viel einspeisen ohne dass ich was davon hab.
Deshalb denke ich an eine Kombi mit Batteriespeicher. So könnte ich den tagsüber erzeugten Strom abends nutzen oder auch während dem Urlaub für die Grundlast verwenden.
Aber ist das wirtschaftlich sinnvoll? Die Speicher sind ja noch ziemlich teuer. Hat jemand Erfahrung mit solchen Mini-Speicherlösungen? Welche Größe macht Sinn bei 600W PV-Leistung?
Falls das zu teuer ist - gibt es Alternativen? Timer für Geräte oder sowas?
Danke für eure Tipps!
H. Brenner
Moin H.Brenner,
aus meiner Erfahrung kann ich dir sagen: Mini-Speicher rechnen sich aktuell noch nicht wirklich. Ich hab das mal für verschiedene Szenarien durchgerechnet. Bei 600W PV brauchst du etwa 1-2 kWh Speicher für sinnvolle Eigennutzung.
Die Kosten liegen bei etwa 800-1200€ für vernünftige Lithium-Speicher in der Größe. Bei deinem Nutzungsprofil (viel unterwegs) würdest du vielleicht 200-300 kWh im Jahr zusätzlich selbst nutzen statt einzuspeisen. Bei aktuellen Strompreisen sparst du etwa 60-80€ jährlich.
Amortisation also erst nach 12-15 Jahren - wenn der Speicher so lange hält. Wie ich neulich schon mal geschrieben hab, sind die Zusatzkosten oft das Problem.
Mein Tipp: Erstmal ohne Speicher starten und schauen wie viel du wirklich einspeist. Timer für Waschmaschine/Geschirrspüler bringen oft mehr als gedacht.
Grüße
Werner
Sehe ich auch so wie R.Hoffmann - erstmal sammeln und dann entscheiden.
Bei uns läuft seit März eine 600W Anlage ohne Speicher. Selbst mit klassischem 9-5 Job nutzen wir etwa 65% selbst. Kühlschrank, Router, Standby-Geräte laufen ja durchgehend.
Wenn ich jetzt vor den Sommerferien nochmal bilanziere: Hatte ja schon mal gefragt wegen Urlaubscheck - da läuft auch im Urlaub einiges an Grundlast.
Speicher würde ich aktuell noch nicht machen, zu teuer. Aber die Zeituhr-Variante funktioniert super!
Da muss ich Werner teilweise widersprechen. Die Rechnung stimmt zwar grundsätzlich, aber du solltest auch die Preisentwicklung im Blick haben.
Speicherpreise fallen kontinuierlich und Strompreise steigen. Was heute 12-15 Jahre Amortisation bedeutet, können in 2-3 Jahren schon 8-10 Jahre sein. Plus: Du hast mehr Unabhängigkeit, gerade wenn mal wieder Stromausfälle drohen wie letzten Sommer.
Ich würde eine erweiterbare Lösung empfehlen. Erstmal die 600W PV installieren, dann nach einem Jahr schauen wie der Verbrauch läuft und gezielt einen passenden Speicher nachrüsten. So sammelst du echte Daten statt zu rechnen.
Alternativ könntest du auch über programmierbare Steckdosen nachdenken - Waschmaschine, Geschirrspüler etc. laufen dann automatisch bei Sonnenschein.