Hallo zusammen,
ich bin seit drei Jahren mit meiner Off-Grid-Inselanlage auf dem Berghof unterwegs und experimentiere gerade mit einer smarten Wallbox-Steuerung. Das Problem: Ich möchte mein E-Auto nur dann laden, wenn wirklich Überschussstrom da ist – nicht wenn der Batteriespeicher gerade unter Last läuft.
Bei netzgebundenen Systemen kenne ich die Standard-Lösungen mit Shelly oder ähnlich, aber bei mir ist die Situation anders. Mein Setup: 15 kWp PV, 30 kWh LiFePO4-Speicher, SMA Multigateway. Die Wallbox ist noch nicht verbaut, ich planiere gerade.
Meine Frage: Wie würdet ihr das realisieren? Braucht es eine Kommunikation zwischen Wechselrichter und Wallbox über Modbus/MQTT, oder reicht ein simpler Stromsensor am Netzausgang? Ich will nicht zu kompliziert werden, aber auch nicht dass die Wallbox mir den Speicher leersaugt wenn gerade keine Sonne scheint.
Wer hat ähnliche Erfahrungen mit smarter Ladetechnik in Inselanlagen gemacht?
Interessante Frage, Markus. Ich beschäftige mich ja eher mit den wirtschaftlichen Aspekten, aber auch da spielt die Wallbox-Steuerung eine Rolle. Hast du schon kalkuliert, wie sich die zusätzliche Intelligenz auf die Amortisationszeit auswirkt? Bei netzgebundenen Anlagen zahlt sich die Optimierung schnell aus, weil man Netzstromkosten spart. Bei dir off-grid ist die Rechnung ja anders – da geht es mehr um Autarkie als um Kostenersparnis. Trotzdem: Ein Stromsensor am Ausgang des Speichers (oder besser: am Wechselrichter-Ausgang) sollte ausreichen. Du brauchst ja nur zu sehen, ob Strom _rein_ oder _raus_ fließt. Dann limitierst du die Wallbox auf einen Bruchteil des verfügbaren Stroms. Modbus-Kommunikation ist eleganter, aber für dein System wahrscheinlich overkill.
Stromsensor alleine würd ich nicht nehmen – da hast du zu viele Fehlerquellen. Was ist wenn gerade die Waschmaschine läuft oder sonst was? Besser: Echte Datenanbindung vom Wechselrichter. Der SMA kann das über Modbus TCP oder Bluetooth, je nach Modell. Dann weißt du genau wie viel Strom verfügbar ist. Bei meinen Finanzierungsmodellen zeigt sich immer wieder: Je besser die Datenqualität, desto besser die Wirtschaftlichkeit. Mach es richtig von Anfang an, auch wenn es erstmal aufwendiger wirkt.