Hallo zusammen,
nach 8 Jahren bin ich wieder aktiv hier im Forum und plane jetzt eine neue PV-Anlage für mein Einfamilienhaus. Mein Dach ist leider nicht optimal ausgerichtet – ich habe sowohl eine Ost- als auch eine Westseite, die jeweils etwa 20-22 qm nutzbar sind. Nach Süden geht leider nichts.
Meine Frage: Lohnt sich eine Anlage mit dieser Ausrichtung überhaupt noch? Wenn ja, sollte ich auf beiden Seiten Module installieren oder lieber nur auf einer Seite konzentrieren? Und wie viele Module müsste ich dann ungefähr rechnen, um einen vernünftigen Eigenverbrauch zu erreichen?
Ich bin auch interessiert, wie sich die Modultechnologie in den letzten 8 Jahren entwickelt hat. Gibt es da bei Ost-West-Anlagen Vorteile gegenüber früher?
Danke schonmal für eure Erfahrungen!
Ost-West ist völlig OK. Bei meiner 8,5er-Anlage auf Süd habe ich im Sommer oft Überschüsse, die weg sind. Mit deiner Verteilung läufts gleichmäßiger und du hast morgens und abends mehr Power – für den praktischen Betrieb manchmal sogar besser.
Beim Modul-Setup: Schau, dass beide Seiten auf eigene Strings gehen, dann können die auch bei unterschiedlicher Verschattung unabhängig laufen. Mit modernen Optimierern (die sind jetzt viel günstiger als damals) ist Ost-West fast ein Vorteil gegenüber reiner Südausrichtung. Regelmäßige Reinigung vorausgesetzt – Staub und Laub fallen bei dir wahrscheinlich von links und rechts an.
Ich teste gerade verschiedene Solarmodule bei meiner 12er-Optimierung und kann sagen: Die neuen 600W-Module machen Ost-West eleganter. Statt 24 Module brauchst du weniger, was Gewicht und Montage spart – gerade auf zwei Dachseiten relevant.
Ein Tipp aus Erfahrung: Bei Ost-West würde ich dir einen Speicher mit smart-managed DC-Laden anschauen. Dann nutzt du die Morgen- und Abend-Spitzen viel effizienter und sparst dir wieder Speichergröße. Funktioniert bei meiner Setup sehr gut, seitdem ich die Schaltung optimiert hab.
Ost-West ist eigentlich eine ziemlich gute Ausgangslage! Ich hab in meinen Threads zur Stromspeicher-Optimierung genau das berücksichtigt – mit zwei Seiten hast du einen viel besseren Lastgang übers Jahr verteilt und deutlich weniger Spitzenlast am Mittag. Das ist gerade mit modernen Speichern richtig interessant geworden.
Bei 20-22 qm pro Seite würde ich so 10-12 Module pro Seite anpeilen, je nachdem welche Wattklasse du nimmst. Das gibt dir dann 4-5 kWp insgesamt – für einen normalen Haushalt mit Eigenverbrauch ideal. Ost-West hat den Vorteil, dass die Erträge morgens und abends höher sind, was beim Eigenverbrauch hilft.
Einen Speicher wirst du vermutlich wollen – dann rentiert sich Ost-West noch besser als früher.
Schnelle Frage: Wie ist denn dein Stromverbrauch tagsüber? Wenn du homeoffice-mäßig daheim bist, macht Ost-West definitiv Sinn. Falls die Leute den ganzen Tag weg sind, müsstest du eh speichern oder einspeisen.
Beim EMS-System, das ich mir gerade für meine 12er-Anlage anschaue, ist das genau so eine Überlegung – wann können die Module wirklich den Eigenverbrauch decken?