Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade mit einer Mieterstrom-Anlage für unser Mehrfamilienhaus (8 Parteien) und bin bei der Wechselrichter-Auswahl ein bisschen überfordert. Es geht mir vor allem darum, die technischen Anforderungen für Mieterstrom zu erfüllen und gleichzeitig eine Smart-Home-Integration zu ermöglichen – idealerweise über eine zentrale Steuerung, die auch den Mieterverbrauch optimiert.
Wir haben auf dem Dach etwa 12 kWp Platz und wollen die Anlage so auslegen, dass wir sowohl die Einspeisevergütung mitnehmen als auch den Eigenverbrauch über die Mieterstrom-Variante verteilen können. Die Förderung ist natürlich auch ein wichtiger Punkt.
Worauf muss ich bei der Wechselrichter-Auswahl konkret achten? Welche Hersteller machen da Sinn? Sind Hybrid-WR sinnvoll oder eher klassische 3-Phasen-Geräte? Und wie sieht es mit der Kommunikation zwischen WR und den einzelnen Mieter-Energiemanagementsystemen aus – ist das heute wirklich plug-and-play oder bleibt da viel Handarbeit?
Freue mich auf erfahrene Tipps, danke!
Kurz gesagt: Bei Mieterstrom würde ich auf SMA Tripower X oder Fronius Symo setzen – beide haben gute Erfahrungswerte und Kommunikationsfähigkeit.
Hallo Michael,
da spielen die EEG-Bestimmungen eine entscheidende Rolle, die oft übersehen werden. Für Mieterstrom brauchst du einen Wechselrichter, der die Anforderungen des §21 EEG erfüllt – insbesondere die Mess- und Steuerbarkeit. Das heißt konkret: Der WR muss ferngesteuert regelbar sein und mit standardisierten Schnittstellen (meist Modbus TCP/RTU) kommunizieren können.
Bei 12 kWp für 8 Parteien rate ich dir zu einem dreipoligen Stringwechselrichter von SMA, Fronius oder Kostal – diese haben bewährte Kommunikationsprotokolle und werden von den Netzbetreibern anerkannt. Hybrid-Geräte bringen hier eher Komplexität ohne echten Mehrwert, wenn kein Speicher geplant ist.
Wichtig: Kläre vorher mit deinem Netzbetreiber und der zuständigen Behörde, welche technischen Vorgaben gelten. Das spart dir später böse Überraschungen. Ich habe das in einem älteren Thread zu kleinen Anlagen schon angesprochen.
Die Smart-Home-Integration ist machbar, braucht aber meist eine zusätzliche Steuereinheit – das ist kein reiner WR-Standard.