Hallo zusammen,
ich bin neu hier im Forum und plane gerade meine erste PV-Anlage. Dabei bin ich auf verschiedene Online-Rechner gestoßen (SolarEdge, Fronius, pvgis), die mir für mein Dach in Bayern zwischen 1.050 und 1.200 kWh/kWp pro Jahr anzeigen. Das ist eine ziemliche Spannbreite!
Meine Frage: Wie berechne ich den Solarertrag selbst korrekt? Ich habe eine Dachausrichtung von etwa 25° nach Südwesten und möchte nicht blind auf die Rechner vertrauen, sondern das Ganze selbst nachvollziehen.
Welche Parameter sind am wichtigsten? Ich habe gelesen, dass Verschattung, Temperaturverluste und die Modulqualität eine große Rolle spielen. Sollte ich mit einem konservativen Wert rechnen statt dem optimistischen Szenario der Rechner?
Freue mich auf eure Erfahrungen!
Guter Punkt, Lukas! Die Online-Rechner sind tatsächlich oft zu optimistisch. Nach meinem Wiedereinstieg habe ich festgestellt, dass sich die Module in 15 Jahren deutlich verbessert haben, aber auch die Datenqualität der Ertragsprognosen ist besser geworden.
Wichtig: Südwest ist nicht optimal, da machst du mit den unteren Werten der Spanne eher rechnen. Temperaturverluste sind ein großer Faktor – bei älteren Modulen war das schlimmer, moderne bringen da 15-20% weniger Leistung bei 60°C Modultemperatur im Sommer. Verschattung würde ich mit lokalem Überfliegungsflug checken lassen, nicht nur mit Google Earth schätzen.
Für realistische Berechnung: pvgis als Basis + 10-15% Sicherheitspuffer nach unten rechnen. Das ist meine Erfahrung nach der ganzen Recherche über Stromspeicher und moderne Komponenten.
Die Abweichung zwischen den Rechnern erklärt sich oft durch unterschiedliche Modellierungen der spektralen Zusammensetzung der Strahlung und der Temperaturabhängigkeit. 25° Südwest ist suboptimal, das ist korrekt.
Aber Achtung: Viele übersehen die Wechselrichter-Verluste (ca. 3%) und Kabel- sowie Verschaltungsverluste (2-4%). Das sind einfach zu berechnende Faktoren, die die "optimistischen" Rechner oft verstecken. Ich habe in meinen früheren Tests zur Wechselrichter-Performance gemessen, dass gerade im August die Spitzenlastszenarien untererfasst werden. Nutze den mittleren Wert und zieh 8-10% ab.