Hallo zusammen,
ich plane für diesen Sommer die Installation einer PV-Anlage auf unserem Einfamilienhaus (Baujahr 1982). Das Dach ist ein klassisches Satteldach mit Betondachsteinen, ca. 45 Grad Neigung. Geplant sind etwa 20 Module à 400 Wp, also insgesamt 8 kWp.
Nun verunsichern mich verschiedene Aussagen zum Thema Statik. Der erste Installateur meinte, bei unserem Dach sei keine Statikprüfung nötig, weil die Zusatzlast gering sei. Ein anderer besteht darauf, dass man grundsätzlich einen Statiker beauftragen sollte. Ein Bekannter wiederum hat seine Anlage ohne Prüfung installieren lassen und hatte nie Probleme.
Wann ist eine Statikprüfung tatsächlich zwingend erforderlich und wann kann man darauf verzichten? Gibt es Faustregeln bezüglich Baujahr, Dachtyp oder Anlagengröße? Welche Kosten kommen für so eine Prüfung auf mich zu und wie lange dauert das Ganze?
Ich möchte natürlich auf der sicheren Seite sein, aber auch nicht unnötig Geld ausgeben. Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht?
Vielen Dank für eure Hilfe!
Da muss ich Stefan widersprechen - nicht jedes alte Dach braucht automatisch eine Statikprüfung. Wichtiger sind andere Faktoren:
1. Sichtbare Schäden am Dachstuhl (Risse, durchhängende Balken)
2. Sehr große Anlagen (>10 kWp)
3. Besondere Dachkonstruktionen (Flachdach, große Spannweiten)
4. Zusätzliche Lasten (schon vorhandene Dachfenster, Solar thermie)
Bei einem normalen Satteldach von 1982 mit 8 kWp würde ich erstmal ohne Statiker starten. Die meisten Dächer aus den 80ern sind noch gut dimensioniert. Falls der Installateur Bedenken hat, kann man immernoch nachrüsten.
Bei meinem Wärmepumpen-Projekt hab ich auch erst später gemerkt, dass nicht alles von Anfang an perfekt geplant sein muss.
Also bei uns war's ähnlich - Baujahr 1979, Satteldach mit Betondachsteinen. Hab damals auch zwei unterschiedliche Meinungen bekommen. Am Ende hab ich mich für die Statikprüfung entschieden, hat etwa 800 Euro gekostet und 3 Wochen gedauert.
Faustregeln gibts eigentlich nicht wirklich, aber bei Häusern vor 1980 würde ich persönlich immer prüfen lassen. Die Zusatzlast von 15-20 kg/m² ist zwar nicht dramatisch, aber bei älteren Dächern weiß man nie genau, wie die ursprünglich dimensioniert wurden.
Der Statiker hat bei uns übrigens auch gleich die optimale Befestigungsmethode empfohlen. Beim letzten Check meiner Anlage war alles noch tip-top.
Meine Meinung: Lieber 800 Euro mehr ausgeben als später Probleme haben.
Rechtlich ist's so: Eine Statikprüfung ist nicht grundsätzlich vorgeschrieben, aber der Installateur trägt die Verantwortung. Seriöse Betriebe haben deshalb oft eigene Richtlinien.
Praktisch läuft es meist so ab: Installateur schaut sich das Dach an, macht eine Vorabeinschätzung. Bei Zweifeln wird ein Statiker empfohlen. Die Kosten sind regional unterschiedlich, zwischen 600-1200 Euro ist normal.
Wichtig ist auch die Versicherung - manche Gebäudeversicherungen verlangen bei Schäden den Nachweis einer fachgerechten Installation. Eine Statikprüfung kann da hilfreich sein, ist aber nicht zwingend.
Mein Rat: Lass dir von 2-3 Installateuren eine Einschätzung geben. Wenn alle sagen "geht ohne Statiker", dann passt das meist auch.