Hallo zusammen,
ich beschäftige mich derzeit mit der Planung einer PV-Anlage und bin auf bifaziale Module gestoßen. Die Hersteller versprechen etwa 10-15% Mehrleistung durch die Rückseite – aber ich frage mich, ob das in der Praxis wirklich zutrifft oder ob das eher Marketingtrick ist.
Meine konkrete Situation: Einfamilienhaus mit Satteldach, Dachneigung ca. 35°, südwestliche Ausrichtung, Flachdächer der Nachbarhäuser in unmittelbarer Nähe. Der Untergrund wäre also nicht optimal für Reflexionen (keine hellen Kiesflächen oder ähnliches).
Fragen:
1. Wie realistisch ist die Mehrleistung bei meiner Dachsituation?
2. Brauche ich spezielle Montagesysteme oder andere Komponenten?
3. Rechnet sich der Mehrpreis (ca. 10-15% teurer) bei meinen Bedingungen wirtschaftlich?
Ich schätze fundierte Aussagen zur Kostenseite – gerne auch ehrliche Meinungen, wenn das Geld besser woanders investiert wäre.
Danke vorab!
Danke für die ausführliche Frage! 🌞 Ich bin gerade selbst bei meinem Flachdach-Projekt vor dieser Entscheidung gestanden (siehe auch mein anderer Thread). Bei mir hat der Installateur gemeint, dass bifaziale Module vor allem dann sinnvoll sind, wenn die Rückseite wirklich frei liegt und reflektierend ist. Bei deinem Satteldach mit den Nachbardächern drum herum wird die Reflexion wahrscheinlich zu gering sein. Außerdem brauchen bifaziale Module oft spezielle Unterkonstruktionen, damit die Rückseite optimal freiliegend angebaut ist – das kann extra kosten. Mein Tipp: Lass dir von 2-3 Installateuren konkrete Angebote machen, einmal mit und einmal ohne bifaziale Module. Dann siehst du den echten Mehrpreis und kannst durchrechnen.
Gute Frage! Ich hab mich damit bei den Balkon-PV-Projekten auch auseinandergesetzt – da spielen bifaziale Module kaum eine Rolle wegen der fehlenden Reflexion. Bei deinem Dach würde ich ehrlich sagen: Die 10-15% sind eher Laborwerte. In der Praxis, besonders im Herbst/Winter wenn die Sonne flacher steht und die Reflexion vom Dach interessanter wird, rechnet es sich bei normalen Dachflächen oft nicht. Nur wenn du mit hellen Materialien (Kiesel, helle Beton-Unterlagen) arbeiten kannst und die Höhe passt, wird's interessant. Für deine südwestliche Ausrichtung mit grauem Dach würde ich eher zu hocheffizienten monokristallinen Standard-Modulen greifen und das eingesparte Geld in einen besseren Wechselrichter oder Monitoring stecken.