Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei, mein Balkonkraftwerk mit etwas mehr Intelligenz auszustatten. Momentan nutze ich nur einen einfachen Shelly EM zur Verbrauchsmessung, aber ich möchte gerne noch Sensoren im Wohnzimmer und auf dem Balkon installieren, um die Last besser zu steuern und später vielleicht die Jalousien automatisch zu fahren.
Now die Frage: Zigbee oder Z-Wave? Ich habe mich schon durch ein paar Forumsbeiträge gelesen, aber die meisten gehen zu sehr ins Theoretische. Mich interessiert praktisch: Welches Protokoll ist stabiler, wenn mehrere Sensoren gleichzeitig Daten schicken? Und kann man damit wirklich eine PV-Anlage sinnvoll regeln, oder ist das eher overkill für ein 300-Watt-System?
Ich bin Anfänger bei Smart Home, aber bei PV-Fragen bin ich fit. Falls jemand selbst mit einem Protokoll gute oder schlechte Erfahrungen gemacht hat – sehr gerne her damit. Funktioniert das System auch noch zuverlässig, wenn die Zentrale im Keller steht und mehrere Räume weiter entfernt?
Danke vorab!
Hallo Stefan,
schöne Frage! Für dein 300er Balkonkraftwerk würde ich ehrlich sagen: Zigbee reicht vollkommen aus. Z-Wave ist eher im größeren Smart-Home-Ökosystem interessant, wenn du viele verschiedene Geräte von unterschiedlichen Herstellern mischen willst.
Zigbee hat bei mir im Test eine bessere Reichweite gezeigt, und für Sensordaten brauchst du nicht die höhere Bandbreite von Z-Wave. Das wichtigere Problem: Die Zuverlässigkeit hängt stark ab, wie deine Netzwerk-Topologie aussieht. Mit mehreren Repeatern (auch Smarthome-Leuchten können das sein) sollte das stabil laufen.
Mein Tipp: Schau dir Home Assistant an – da kannst du beide Protokolle problemlos nutzen und experimentieren. Und für die Jalousien-Automation über PV-Überschuss: Das ist nicht overkill, sondern genau der Use-Case, wo Smart Home sinnvoll ist.
Fang einfach mit einem Zigbee-Sensor an, schau, wie die Verbindung läuft, und baue dann aus. Weniger ist mehr bei Anfängern.
Stefan,
da sprichst du einen wichtigen Punkt an. Z-Wave und Zigbee unterscheiden sich vor allem in der Frequenz und Modulation. Z-Wave arbeitet auf 868 MHz (Europa), Zigbee auf 2,4 GHz – das ist der gleiche Band wie WLAN und Bluetooth, was zu Interferenzen führen kann.
Für eine PV-Überschussregelung brauchst du vor allem Zuverlässigkeit und niedrige Latenz. Hier muss ich Stefan K. widersprechen: Z-Wave ist für solche Anwendungen oft die bessere Wahl, weil die Frequenz weniger gestört wird. Allerdings ist Z-Wave in Deutschland teurer und schwächer vertreten.
Mein Rat: Mess erst mal deine Funkabdeckung mit einem Zigbee-Stick aus. Wenn es keine Probleme gibt, spar dir den Umstieg. Wenn aber regelmäßig Ausfälle vorkommen, dann Z-Wave erwägen. Für 300 Watt reicht aber eine einfache Regel: Wenn Hausverbrauch unter 100W fällt, dann Stecker raus – ohne Smart Home.
Wie sind deine aktuellen Platzbedingungen? Stahlbetonwände im Weg?