Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade mit der Frage, ob man seinen WR bewusst größer dimensionieren sollte als die Panel-Leistung hergibt. Bei meiner 8,5 kWp Anlage habe ich aktuell einen 8 kW WR im Einsatz, aber ich lese immer wieder von Leuten, die 10 oder 12 kW Geräte verbauen.
Mein Gedanke: Im Sommer bei voller Last kriegt man ja eh nicht die komplette Nennleistung raus, weil die Module temp-abhängig Einbußen haben. Ein größerer WR könnte dann die volle verfügbare DC-Leistung besser abgreifen, oder? Andererseits kostet das mehr und der WR läuft dann sehr oft im niedrigen Lastbereich.
Ich habe da bisher keine belastbaren Messdaten zu. Hat jemand von euch praktische Erfahrungen gemacht, ob sich Überdimensionierung auf den Ertrag auswirkt? Oder ist das eher eine Frage der Zukunftssicherheit (z.B. wenn man später noch Module dazubaut)?
Danke für Input!
Interessante Frage, Thomas. Bei meiner Berghütte mit der 12V-Inselanlage denke ich ähnlich – auch da ist die richtige Dimensionierung entscheidend. Der Unterschied ist aber: Bei dir im Grid-Connected-Betrieb begrenzt dich die AC-seitige Einspeiseleistung nicht wirklich, solange dein WR nicht dauerhaft an der Grenze läuft.
Ein überdimensionierter WR arbeitet tatsächlich ungünstiger im teillastbereich – der Wirkungsgrad ist dort meist schlechter. Ob das den besseren Ertrag bei Überschuss wieder rausspielt, hängt stark von deinem Anlagentyp ab. Hast du denn extreme Temperaturverluste im Sommer? Bei modernen Modulen ist das heute weniger dramatisch als früher.
Mein Tipp: Bleib bei deiner Auslegung. Ein WR sollte so dimensioniert sein, dass er 80-90% der Zeit bei gutem Wirkungsgrad läuft – nicht permanent Dauerleistung an den Grenzen.