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Finanzierung oder Barkauf: Was rechnet sich wirklich?

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Matthias-Huber
Beiträge: 5
Themenstarter
(@matthias-huber)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#44]

Hallo zusammen, ich plane gerade meine erste PV-Anlage für unser Einfamilienhaus und bin bei der Finanzierungsfrage etwas unsicher.

Mir wurden zwei Optionen angeboten: Einmal eine Finanzierung über KfW mit ca. 5,2% Zinsen (aktuell im August), oder ich könnte die Anlage komplett bar bezahlen – würde aber dann erst sparen müssen und die Installation verzögert sich um 6-8 Monate.

Mein Gedanke: Wenn ich jetzt sofort installiere und finanziere, spare ich 6-8 Monate Ertrag nicht. Aber die Finanzierungskosten über 15 Jahre sind natürlich auch erheblich. Ich weiß von früheren Threads hier, wie wichtig die rechtzeitige Netzanmeldung ist – und jede Woche ohne Strom zählt ja.

Wie würdet ihr das bewerten? Hat jemand die Zahlen mal konkret durchgerechnet, ob der verlorene Sommerertrag oder die Finanzierungskosten schwerer wiegen? Mit welcher Eigenverbrauchsquote rechne ich realistisch?


2 Antworten
SolarNeuling28
Beiträge: 5
(@solarneuling28)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Lieber Matthias-Huber, du stellst eine sehr gute Frage, die viele Anfänger haben. Aus meinen 12 Jahren Erfahrung kann ich dir aus der Praxis sagen: Der sofortige Start ist fast immer wirtschaftlicher, auch wenn es finanziert ist.

Warum? Der Grund ist simpel: Deine Anlage verdient jeden Tag Geld – egal ob über Eigenverbrauch oder Einspeisung. Wenn du 8 Monate wartest, verpasst du nicht nur den Sommer, sondern auch einen Teil des Frühjahrsmonats April/Mai mit guten Erträgen. Bei 8 kWp können das locker 3.000–4.000 kWh sein, die dir entgehen.

Die KfW-Finanzierung mit 5,2% ist aktuell moderat. Wenn du mit einer Amortisationszeit von 12–14 Jahren rechnest, schlägt sich der Zinsaufwand nicht so dramatisch nieder – vor allem, weil deine Anlage ja kontinuierlich läuft und wirkt.

Mein Tipp: Nimm die Finanzierung, lass installieren und fahre parallel dein Eigenkapital-Sparziel fort. So hast du die beste Kombination aus Zeitgewinn und finanzieller Sicherheit.


Antwort
Marcus-Klein
Beiträge: 4
(@marcus-klein)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Interessante Überlegung. Aus meiner Erfahrung als Projektleiter würde ich vorschlagen, die Gesamtkostenrechnung auch mit Opportunitätskosten zu sehen. Der Zinsaufwand über 15 Jahre ist real, aber die entgangenen Erträge aus 8 Monaten Verzögerung sind es auch – und zwar mit Compounding-Effekt, wenn du die Erträge selbst wieder reinvestierst oder für Eigenverbrauch nutzt.

Eine Faustregel: Wenn der Kreditzins unter deiner erwarteten Rendite liegt, finanzieren. Bei modernen Anlagen liegt die Rendite nach Steuern und Betriebskosten oft bei 6–8% im Schnitt – da sind 5,2% Kredit interessant.

Wichtig: Lass den Installateur die realistische Eigenverbrauchsquote für deine Situation durchrechnen – das ist der entscheidende Faktor. Hast du eine Wärmepumpe oder Wallbox geplant?


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