Moin zusammen, ich sitze da gerade vor einem interessanten Dilemma. Bei uns im MFH wird gerade über ein Mieterstrommodell diskutiert – der Vermieter würde auf dem Dach eine größere Anlage installieren und würde uns Mietern den Strom anteilig günstiger weitergeben als Netzstrom.
Als jemand, der sich seit Jahren mit Eigenverbrauchsoptimierung beschäftigt, frage ich mich: Macht das wirtschaftlich wirklich Sinn für uns Mieter? Klar, die Stromkosten sinken, aber ich könnte ja theoretisch auch selbst eine kleine Balkonanlage betreiben.
Wie kalkuliert ihr so etwas? Worauf sollte ich beim Mieterstromvertrag achten, damit ich weiß, ob ich dadurch wirklich sparen oder nur dem Vermieter eine sichere Rendite verschaffe? Hat jemand praktische Erfahrungen damit gemacht und kann realistisch sagen, ob die Einsparungen den anfänglichen Hype rechtfertigen?
Das ist ne knifflige Frage. Ohne deine exakten Verbrauchsmuster und die konkrete Zusammensetzung der Mieterstrompreise zu kennen, kann man das schwer beurteilen. Ich würde mir folgende Punkte genau anschauen:
1. Wie ist der garantierte Preis strukturiert? Sinkt er proportional, wenn der Börsenstrom fällt, oder profitiert da hauptsächlich der Vermieter?
2. Was zahlst du für Netzentgelte und Umlagen – fallen die bei Mieterstrom geringer aus?
3. Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen – bist du da flexibel?
Mit einer eigenen Balkonanlage hast du zwar weniger Ertrag, aber auch keine Abhängigkeit. Bei Mieterstrom zahlst du zwar weniger pro kWh, aber der Vermieter verdient auch ordentlich mit. Mach dir mal eine Durchschnittsrechnung über 10 Jahre – dann sieht man, ob's ne echte Einsparung ist oder nur Marketing.
Hier muss ich ehrlich sagen: Die meisten Mieterstrommodelle sind für den Mieter finanziell nicht gerade attraktiv. Der Haken ist, dass der Vermieter sich ja auch eine Rendite sichern muss – und das geht zu deine Lasten. Rechne mal nach, wie viel du prozentual zum Netzstrompreis sparen würdest. Oft sind es nur 2-5 Cent pro kWh, während eine Balkonanlage bei guter Nutzung (und nur dein Verbrauchsmuster berücksichtigt) deutlich bessere Renditen bringt, selbst wenn die Leistung kleiner ist. Schau dir auch an, ob du bei Mieterstrom noch Steuern und Abgaben sparen kannst – da gibt's in meinem früheren Thread ein paar wichtige Details dazu. Mein Fazit: Nicht blind vertrauen.