Hallo zusammen,
ich plane gerade meine erste PV-Anlage und bin beim Thema Ausrichtung etwas unsicher. Mein Dach hat sowohl eine Süd- als auch eine Ost-West-Möglichkeit. Rein flächenmäßig könnte ich auf Ost-West deutlich mehr Module unterbringen, aber ich frage mich, wie sich das wirtschaftlich im echten Betrieb auswirkt.
Ich bin ITler und mag es, wenn ich die Daten habe – aber die ganzen Simulatoren geben mir teilweise widersprüchliche Ergebnisse. Mich interessiert vor allem: Wie sieht der tatsächliche Ertrag im Sommer aus, wenn ich z.B. um 14:00 Uhr einen hohen Eigenverbrauch habe? Profitiert Ost-West mehr von der Morgen- und Abendproduktion, oder fähre ich mit Süd grundsätzlich wirtschaftlicher?
Auch: Wie wirkt sich das auf die Wechselrichter-Auslastung aus? Kann ich mit kleineren, sparsameren Modellen auskommen, wenn die Ost-West-Module den Input glätter verteilen? Oder sind das nur Marginaleffekte?
Danke für eure Erfahrungswerte!
Gute Frage – das ist eigentlich mehr eine Frage der Nutzungsprofile als der reinen kWh-Bilanz. Süd bringt dir die höchste Spitzenlast mittags, Ost-West verteilt flacher über den Tag. Im August ist das noch relativ akademisch, weil überall viel Sonne ist.
Wo es wirtschaftlich wird: Wenn dein Eigenverbrauch wirklich morgens und abends hoch ist, gewinnt Ost-West durch bessere Eigenverbrauchsquote. Wenn du tagsüber weg bist und alles einspeist, fahr ich mit Süd – höhere absolute Erträge.
Zum Wechselrichter: Das glättet tatsächlich die Last, aber ob du dadurch einen kleineren WR nehmen kannst, hängt von deinem Peak-Eigenverbrauch ab, nicht von der Ausrichtung. Besser: Daten aus deinem Jahresverbrauch ziehen – Tagesgang anschauen, dann entscheiden. Hast du Lastgang-Daten?
Ich hab bei meinem Projekt ähnliche Überlegungen angestellt. Bei mir war am Ende der Kompromiss: 60% Süd (beste Effizienz), 40% Ost für die Morgenproduktion. Im alltäglichen Betrieb merkst du vor allem in den Übergangsjahreszeiten den Unterschied – im Sommer ist ehrlich gesagt alles zu viel, da speist du ohnehin viel ein.
Mein Tipp: Schau dir deine monatlichen Verbrauchskurven an. Wenn dein Eigenverbrauch im Sommer sowieso sinkt (wegen Urlaub, Home-Office weniger), spielt die Ausrichtung weniger Rolle. Dann rechnet sich die größere Fläche Ost-West langfristig mehr, auch wenn der WR im Sommer suboptimal ausgelastet ist.
Hab das hier diskutiert: MFH-Dach: Kostenverteilung – bei mehreren Parteien war Ost-West zum Verteilen der Last tatsächlich sinnvoller.