Hallo zusammen,
ich plane gerade eine Mieterstrom-Anlage für ein kleineres MFH (ca. 15 kWp) und bin bei der Wechselrichter-Auswahl etwas überfordert. Mir geht es weniger um die reinen Leistungsdaten, sondern mehr um die praktische Umsetzung im Betrieb.
Meine konkrete Situation: Wir haben verschiedene Mietergruppen mit unterschiedlichen Verbrauchsprofilen (Büro tagsüber, Privathaushalte abends). Der Installateur schlägt mir einen zentralen String-WR vor, aber ich frage mich, ob das für Mieterstrom wirklich sinnvoll ist. Brauche ich da spezielle Funktionen zur dezentralen Steuerung oder Lastmanagement?
Was mich auch interessiert: Wie wichtig ist die Kommunikation des WR mit einem Mieterstrom-Managementsystem? Welche Hersteller haben da gute Erfahrungen gemacht?
Ich bin relativ neu beim Thema Mieterstrom (meine bisherigen PV-Erfahrungen sind eher mit kleineren Eigenverbrauchs-Anlagen), daher freue ich mich über praktische Tipps von euch.
Danke schonmal!
Hast du schon eine Wirtschaftlichkeits-Simulation mit unterschiedlichen WR-Topologien gemacht? Das würde ich als erstes machen, bevor ich mich festlege. Die Kostenersparnis bei dezentraler Steuerung wird schnell durch höhere Hardware-Kosten aufgewogen. Für eine detaillierte Planung brauchst du exakte Verbrauchsprognosen der Mieter – ohne die ist jede Wechselrichter-Wahl Raterei.
Ein zentraler String-WR reicht oft völlig aus, solange die Kommunikation zum Abrechnungssystem stimmt.
Mieterstrom und E-Auto-Integration – interessante Kombination. Wenn einzelne Mieter später eine Wallbox wollen, brauchst du einen WR, der das über Smart-Meter-Daten verarbeiten kann. Bei meinem Setup mit Tesla-Integration hätte ich anfangs lieber auf dezentrale Optimierer gesetzt. Das spart dir Ärger mit den Mietern, weil jeder quasi seine eigene Steuerung hat. Victron und SolarEdge haben da gute Lösungen.
Guter Punkt mit der dezentralen Steuerung. Nach 15 Jahren im Forum und mit verschiedenen Anlagen-Setups kann ich dir sagen: Bei Mieterstrom ist die Kommunikationsfähigkeit des WR mit dem Energiemanagementsystem entscheidend, sonst funktioniert das Modell nicht richtig. String-WR geht, aber dann musst du sicherstellen, dass die Lastverteilung zwischen den Mietern automatisch läuft – sonst wird es administrativ ein Alptraum.
Fritz!Box-Integration hilft, aber zuverlässiger sind die etablierten Industrie-Standards. Hersteller wie Kostal und SMA haben da bewährte Schnittstellen. Wichtig: Frag den Installateur konkret nach der Schnittstellenintegration, nicht nur nach kW!
Bei Mieterstrom ist meiner Erfahrung nach die Zuverlässigkeit wichtiger als viele Zusatz-Features. Ich hatte bei meiner kleinen Balkon-PV anfangs auch überlegt, ob ich so ein smartes System brauche – spoiler: bei kleineren Anlagen eher nicht. Bei 15 kWp und mehreren Mietern würde ich aber schauen, dass der WR mindestens Modbus oder ähnliches unterstützt. SMA und Huawei haben da solide Lösungen, hab ich von mehreren Leuten gehört. Die Kosten-Nutzen-Rechnung solltest du aber vorher machen – manchmal ist ein simpler zentraler WR wirtschaftlicher als ein komplexes System.