Hallo zusammen,
ich plane gerade eine Mini-Solaranlage für meinen Balkon und sitze bei der Ausrichtung fest. Mein Balkon schaut nach Südwesten, aber die beste Position wäre eigentlich eher Ost-West verteilt – ich könnte dort zwei Module parallel anbringen.
Jetzt frage ich mich: Lohnt sich die Ost-West-Lösung wirtschaftlich, oder sollte ich eher alles nach Süd-Südwest orientieren? Im August haben wir ja noch lange Sonnentage, aber mich interessiert auch, wie das übers Jahr läuft.
Hintergrund: Ich möchte die CO2-Bilanz meines Haushalts senken, ohne viel Zeit für Optimierungen zu verschwenden. Eine schnelle, pragmatische Lösung ist mir wichtiger als Perfektionismus. Hat jemand echte Messwerte oder Erfahrungen damit?
Danke schonmal!
Hey Stefan,
aus meiner Winterbilanz (siehe meinen anderen Thread) habe ich gelernt: Ost-West bringt über das ganze Jahr hinweg konstantere Erträge als reine Südausrichtung. Im August klingt das erst mal blöd, aber die Spitzenerträge sind trotzdem ordentlich.
Für Mini-Solaranlagen im urbanen Umfeld, wo eh oft Verschattung durch Balkone und Dächer kommt, hat Ost-West den Vorteil, dass du morgens und abends besser mitbekommst. Südausrichtung schlägt dich dann um die Mittagszeit ab, wenn dein Verbrauch oft sowieso klein ist.
Mein Tipp: Wenn du Smart-Home-Integration planst (Shelly etc.), kannst du bei Ost-West noch besser fahren – du verteilst die Last intelligenter durchs Tagesgerüst. Das passt besser zu deinem CO2-Fokus, weil du weniger Netzstrom zapfst.
Vorsicht: Ost-West ist kein Wundermittel. Die meisten Hersteller geben ihre Nennleistung für 0-10° Neigung nach Süd an. Bei Ost-West verlierst du realistisch 15-25% Ertrag im Jahresschnitt, nicht nur im Sommer.
Frag dich ehrlich: Hast du die südliche Fläche wirklich nicht? Wenn doch, würde ich da konzentrieren. Die Ost-West-Geschichte ist eher was für Leute, die *nur* diese Option haben oder die Ästhetik zählt.
Wie sieht es mit Verschattung aus? Das ist oft der größere Einflussfaktor als die Himmelsrichtung.