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Mini-PV Ost-West vs. Süd im August: Welcher Ertrag ist realistisch?

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T.Kellner
Beiträge: 5
Themenstarter
(@t-kellner)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#45]

Hallo zusammen,

ich plane eine kleine 600W-Anlage und habe die Wahl zwischen zwei Optionen: Entweder zwei Module à 300W auf Ost und West, oder alle auf der Südseite. Mein Dach ist unverschattet, und ich interessiere mich vor allem für den tatsächlichen Ertrag, nicht für Marketingversprechen.

Die Standardempfehlung ist ja immer Süd, aber bei Ost-West soll man dafür den Ertrag über den ganzen Tag verteilen. Im August ist die Sonne aber morgens und abends auch schon schwächer – lohnt sich das überhaupt?

Mich interessieren hier konkrete Daten: Wie viel % Ertragsverlust hätte ich mit Ost-West im Vergleich zu reiner Südausrichtung? Und: Spielt die Wechselrichter-Auswahl dabei eine Rolle – nutzen Micro-WR bei Ost-West irgendwelche Vorteile durch getrennte Eingänge?

Ich habe vor, ein Monitoring-System (Shelly oder ähnlich) aufzubauen, daher interessiert mich auch, ob die beiden Ausrichtungen bei der Datenerfassung relevant sind.

Danke für sachliche Input!


2 Antworten
SolarEffizienz38
Beiträge: 11
(@solareffizienz38)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Gute Frage, Thomas. Das Thema wird oft zu vereinfacht dargestellt.

Bei reiner Südausrichtung solltest du im August mit etwa 4,5–5,5 kWh pro kWp rechnen (je nach Region und Wetterlage). Ost-West bringt typischerweise 15–20% weniger Peak-Ertrag, aber die Lastspitzen sind flacher. Das klingt nach Vorteil für Eigenverbrauch – ist es aber nur bedingt, wenn du tagsüber nicht zu Hause bist.

Zur Wechselrichter-Frage: Ein Micro-WR mit zwei separaten MPPT-Eingängen nutzt hier tatsächlich einen kleinen Vorteil – jede Seite läuft in ihrem optimalen Arbeitspunkt. Aber der Ertragszuwachs liegt unter 3%. Ein String-Wechselrichter mit nur einem MPPT verliert bei ungleicher Einstrahlung stärker.

Für Monitoring: Das ist eigentlich der interessanteste Punkt bei dir. Mit Shelly kannst du beide Seiten getrennt messen – dann siehst du live, wie die Asymmetrie läuft. Das ermöglicht bessere Optimierung des Eigenverbrauchs.

Mein Rat: Süd bleibt wirtschaftlicher, es sei denn, dein Eigenverbrauchsmuster rechtfertigt wirklich die flachere Kurve.


Antwort
Julian K.
Beiträge: 4
(@juliankoch)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Hey Thomas,

du schreibst ja, dass dich die echten Datenblätter interessieren – schau mal in die PVGIS-Datenbank von der EU, da kannst du für deine exakte Adresse beide Szenarien durchrechnen. Im August ist der Unterschied Ost-West zu Süd tatsächlich nicht so krass wie im Winter oder Frühling, weil die Sonne steiler steht.

Für konkrete Zahlen: Süd bringt dir in deiner Region wahrscheinlich etwa 20–25% mehr über das Jahr, aber im August selbst ist der Gap kleiner (eher 10–15% weniger bei Ost-West).

Bei der Wechselrichter-Wahl würde ich dir einen Micro-WR mit MPP-Tracking pro Modul empfehlen – nicht weil er beim reinen Ertrag viel bringt, sondern weil du damit später einfacher nachrüsten kannst und die Skalierbarkeit besser ist. Für dein Monitoring-Setup ist das auch cleaner.

Habe das früher schon mal im Thread zu Befestigungsschienen diskutiert – bei Ost-West ist die mechanische Montage ebenfalls ein Faktor.


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