Hallo zusammen,
ich bin jetzt über 15 Jahre im Forum aktiv und habe bisher immer mit klassischen 60er und 72er Modulen gearbeitet. Aber mittlerweile sehe ich überall neue Formate – Shingled-Zellen, Half-Cut, sogar Full-Size wird gepriesen. Die Hersteller werben mit besseren Erträgen bei Verschattung und weniger Leitungsverlusten, aber ich finde im Internet kaum realistische Langzeitdaten aus Deutschland.
Meine Frage: Lohnt sich der Umstieg von klassischen monokristallinen 60er-Modulen auf eines dieser neuen Zellformate wirtschaftlich? Ich denke da speziell an Bestandsanlagen, die ich erweitern könnte. Macht es Sinn, heterogene Module zu mischen, oder sollte ich grundsätzlich auf ein Format standardisieren?
Und ganz praktisch: Gibt es bei den neuen Formaten Unterschiede bei der Montage oder Kabelführung, auf die Installateure achten müssen?
Freue mich auf eure praktischen Erfahrungen!
Werner, ich würde hier differenzieren: Die ganzen neuen Zellformate sind im Moment noch 5–8% teurer pro Watt als klassische Module. Die versprochenen Erträge durch bessere Verschattungstoleranz sind real, aber marginal – meist unter 1,5% im deutschen Durchschnittsszenario. Bei deiner Erweiterungssituation: Kalkulier das durch. Wenn dein Dach im Herbst/Winter sowieso Schatten vom Kamin oder Baum bekommt, könnten Shingled sinnvoll sein. Sonst: Klassik bleibt rentabler.
Zum Mixing: Technisch geht's, aber deine Wechselrichter-Firmware und der String-Ausgleich werden komplizierter. Nicht empfohlen für Eigenleistung.
Werner, gute Frage! Ich hab mich damit bei meinem Smart-Home-Setup auch intensiv auseinandergesetzt. Bei Shingled-Modulen profitierst du hauptsächlich von reduziertem Serienwiderstand – das heißt weniger Leitungsverluste bei langen Strings. Im Eigenverbrauchsszenario mit Wallbox und Batteriewechselrichter macht das bei mir etwa 2–3% Unterschied aus, aber nur wenn du lange Leitungen hast.
Half-Cut ist eher ein Marketing-Gag für Standard-Installations-Szenarien. Meine Empfehlung: Bleib bei klassisch monokristallinen 60ern für die Erweiterung, wenn deine bestehende Anlage läuft. Die Investition rentiert sich erst bei Neuanlagen, wo du den kompletten String neu dimensionierst. Heterogene Mischung würde ich meiden – macht die Fehlerdiagnose im Monitoring kompliziert.