Mich nervt diese Diskrepanz zwischen beworbener und tatsächlicher Speicherkapazität seit Jahren. Ich habe gerade für einen Kunden eine 10 kWh Anlage kalkuliert – auf dem Datenblatt steht 10 kWh, aber bei näherem Hinschauen sind das nur 90% DoD (Depth of Discharge), also effektiv 9 kWh nutzbar. Hinzu kommen Wechselrichter-Verluste, thermisches Management und – gerade im Hinblick auf die kommende kalte Jahreszeit – Kapazitätsverluste bei niedrigen Temperaturen.
Meine Frage: Wie berechnet ihr das realistisch für eure Planung? Mit welchem Wirkungsgrad arbeitet ihr, wenn ihr einem Kunden die wirtschaftliche Amortisation durchrechnet? Und vor allem: Bei welchen Umgebungstemperaturen sollte man die DoD noch weiter reduzieren?
Ich bin skeptisch, ob die meisten Installateure ihre Kunden überhaupt mit realen Zahlen konfrontieren oder nur die Marketing-Specs verwenden. Das führt zu massiven Enttäuschungen.
Bei mir läufts seit 8 Jahren mit nem 10 kWh LiFePO4-System, und ehrlich gesagt: Die reale nutzbare Kapazität liegt bei etwa 85-90%, nicht 100%. Mein Wechselrichter (SMA) hat ne Gesamteffizienz von knapp 94%, das ist aber inkl. Lade- und Entladevorgang.
Was ich dir mitgeben kann: Rechne mit 85% DoD, 92% Wechselrichter-Effizienz und im Winter nochmal 5-10% Puffer für thermische Effekte. Bei mir im Keller wird der Speicher winter nicht unter 15°C, aber ohne aktive Temperierung würde ich ne Derate von 10-15% einplanen. Gibt da ne schöne Excel-Tabelle aus der PV-Zunft, die nem hilft – hab ich mir irgendwann aus nem anderen Thread hier zusammengeklebt. Viele Installateure sind da leider zu optimistisch.