Hallo zusammen,
ich beschäftige mich seit längerem mit PV-Anlagen und bin ehrlich gesagt skeptisch bei den ganzen Marketing-Versprechen. Überall liest man von 0,5% Degradation pro Jahr bei Modulen, manche Hersteller versprechen sogar weniger. Aber stimmt das wirklich in der Praxis?
Mich interessiert besonders: Wie sieht es nach 10-15 Jahren wirklich aus? Ich kenne einige ältere Anlagen aus meinem Bekanntenkreis, und da scheint der Leistungsabfall deutlich höher zu sein als versprochen. Liegt das an den Modulen selbst, oder sind andere Komponenten schuld?
Was sind eure Erfahrungen mit der tatsächlichen Alterung? Besonders bei Wechselrichtern höre ich oft von Ausfällen nach 8-12 Jahren. Sollte man das nicht ehrlicher in die Wirtschaftlichkeitsrechnung einbeziehen, statt immer von 20+ Jahren zu träumen?
Gibt es verlässliche Langzeitstudien jenseits der Herstellerangaben? Ich will einfach realistische Zahlen für meine Entscheidung.
Kann deine Skepsis gut verstehen! Bei meiner eigenen Anlage von 2011 (Sharp Module) liegt die Degradation nach 13 Jahren tatsächlich bei etwa 0,6-0,7% pro Jahr - also etwas höher als versprochen, aber noch im Rahmen. Hab das über die Jahre mit einem Messgerät dokumentiert.
Das Problem ist oft nicht nur die Moduldegradation, sondern die ganze Peripherie. Mein erster Wechselrichter (SMA) hat nach 11 Jahren den Geist aufgegeben, der Austausch kostete 1.800€. Bei Bekannten mit älteren Anlagen sehe ich ähnliches - oft sind es verschmutzte Module, defekte Bypass-Dioden oder korrodierte Steckverbinder, die den Ertrag drücken.
Ehrlich gesagt rechne ich heute mit 15-18 Jahren für die Gesamtanlage, nicht 25. Module halten länger, aber Wechselrichter, Verkabelung und Montagesystem altern halt auch. Die Fraunhofer-Studie von 2020 bestätigt das - reale Degradation liegt oft bei 0,6-0,8% jährlich für Gesamtsysteme.
Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung würde ich konservativ mit 0,7% Degradation und einem WR-Tausch nach 12-15 Jahren kalkulieren.