Hallo zusammen,
ich betreibe seit 8 Jahren eine 12 kWp Anlage und überlege jetzt ernsthaft, einen Speicher nachzurüsten. Die Rendite meiner PV ist super gelaufen, aber ohne Speicher verschenke ich im Sommer einfach zu viel Strom ins Netz.
Jetzt bin ich auf das Thema Second-Life-Batterien gestoßen – also gebrauchte Akkus aus E-Autos. Die Preise sind deutlich attraktiver als neue LiFePO4-Systeme, aber ich bin mir unsicher, ob das wirtschaftlich sinnvoll ist. Wie lange halten diese Batterien wirklich? Wie zuverlässig sind die Herstellerangaben zur Restkapazität?
Auch die Gewährleistung macht mir Sorgen: Wenn die Batterie nach 3 Jahren deutlich schneller degradiert als angegeben, ist das ganze Projekt im Eimer. Auf der anderen Seite: Wenn Second-Life-Akkus wirklich noch 10+ Jahre zuverlässig laufen, könnte sich die Investition für mich deutlich schneller amortisieren.
Hat hier jemand praktische Erfahrungen mit Second-Life-Systemen gemacht? Worauf sollte ich beim Kauf besonders achten?
Stefan, interessante Frage. Ich bin gerade wieder aktiv nach 10 Jahren Pause – hat sich viel getan in der Technik. Bei Second-Life-Akkus würde ich ehrlich gesagt vorsichtig sein. Die Hersteller geben oft optimistische Restkapazitäten an, und die meisten dieser Batterien haben bereits 200.000+ km hinter sich. Nachdem ich mich mit den neuesten Modulentwicklungen beschäftigt habe (siehe auch meinen alten Thread zu Monokristallin vs. Polykristallin), merke ich: Die Preise für neue LiFePO4-Systeme sind in den letzten Jahren tatsächlich gesunken. Ein neuer 10 kWh-Speicher mit Garantie könnte langfristig günstiger sein als ein Second-Life-System mit unbekannter Historie. Mein Rat: Lass dir vom Anbieter vollständige Testberichte zur aktuellen Kapazität geben und vergleich die echte €/kWh-Nutzleistung über 10 Jahre. Das ist aussagekräftiger als nur der Kaufpreis.
Hey Stefan, ich bin noch am Anfang meiner PV-Planung, aber gerade weil ich von Grund auf planen kann, interessiert mich deine Frage sehr. Bevor ich einen teuren Fehler mache, würde ich gerne verstehen: Welche konkreten Kapazitäts- und Zyklus-Tests habt ihr vor Kauf durchgeführt? Und wie bekommst du Gewährleistung, wenn der Speicher dann doch schneller altert? Das ist für mich als Einsteiger ein wichtiger Punkt bei der Gesamtplanung.