Seite wählen

Hybrid-Wechselricht...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Hybrid-Wechselrichter mit bestehender String-Anlage kombinieren - geht das?

5 Beiträge
5 Benutzer
0 Reactions
52 Ansichten
Tom N.
Beiträge: 3
Themenstarter
(@tom_92)
New Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#176]

Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei, meine erste PV-Anlage zu planen und bin dabei auf ein Problem gestoßen, das ich nicht so richtig einordnen kann. Meine Situation: Ich habe vor zwei Jahren eine 6 kWp String-Anlage mit einem klassischen Wechselrichter installiert, ohne Speicher. Jetzt möchte ich gerne eine Batterie nachrüsten – nicht für Notstrom, sondern einfach um mehr vom Sommer nutzen zu können und weniger ins Netz einzuspeisen.

Meine Frage ist: Kann ich einfach einen Hybrid-Wechselrichter parallel zu meinem bestehenden WR installieren? Oder muss ich dann gleich die ganze Anlage umbauen und den alten WR rausschmeißen? Ich hab gelesen, dass es da Probleme mit der Netzeinspeisung und Regelung geben kann, aber die technischen Details verstehe ich nicht ganz.

Wie würde so eine Lösung wirtschaftlich aussehen? Und gibt es da bestimmte Standards oder Normen, die ich beachten muss?

Freue mich auf Erfahrungen und praktische Tipps!


4 Antworten
T.Bergmann25
Beiträge: 3
(@t-bergmann25)
New Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Kurz und knapp: Zwei WR parallel geht nicht, Hybrid-WR mit Austausch ist der Weg. Fachbetrieb vor Ort fragen!


Antwort
Hermann_1951
Beiträge: 9
(@hermann_1951)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Servus Tom,

eine interessante Frage! Ich bin da allerdings ein bisschen skeptisch gegenüber der parallelen Lösung, die du dir überlegst. Nach meinen Erfahrungen aus der Zeit vor meiner Pensionierung und auch heute noch: So einfach funktioniert das nicht.

Der Hybrid-Wechselrichter ist die Standard-Lösung. Das heißt aber auch: Austausch des alten WR. Die gute Nachricht ist, dass moderne Hybrid-Geräte sehr zuverlässig sind und die Installateure heute damit routiniert umgehen.

Zur Wirtschaftlichkeit: Im Sommer 2024 sehen wir überall diesen Trend – alle wollen Speicher. Aber vergiss nicht: Eine gute Batterie (LiFePO4) kostet schnell 8.000-12.000 Euro. Bei deinen Einsparungen im Netz (ca. 30-40 ct/kWh) musst du etwa 20.000-25.000 kWh speichern, bis sich das rechnet. Das kann gut zehn Jahre dauern.

Hilfreiche Quelle: Schau dir mal die Dimensionierungsrechner der großen Hersteller an – die geben dir realistische Zahlen für deine Region.


Antwort
ThomasKrueger
Beiträge: 7
(@thomaskrueger)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Tom, grundsätzlich ist die Hybrid-Lösung mit Austausch des WR der richtige Weg. ABER: Viele unterschätzen die Regelungseffekte. Ein Hybrid-WR mit Batterie wird deine gesamte Betriebsweise ändern – nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich.

Das Kernproblem bei parallelen Systemen ist nicht nur die Netzstabilität, sondern auch die Lastverteilung und die Blindleistungskompensation. Da brauchst du dann externe Schnittstellen, die kosten extra und sind Fehlerquellen.

Mein ehrlicher Tipp: Rechne erst mal durch, ob sich eine Batterie bei deiner Verbrauchskurve überhaupt lohnt. Viele haben im Sommer einfach zu wenig Last (weil die Familie im Urlaub ist), und dann sitzt du auf teurer Hardware, die nichts tut.

Halte Rücksprache mit deinem Netzbetreiber – der hat oft auch Anforderungen an die Blindleistung und kann dir sagen, ob eine Nulleinspeisung überhaupt erwünscht ist.


Antwort
Rainer H.
Beiträge: 1
(@r-hoffmann83)
New Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Hallo Tom,

da packst du dir ein kniffliges Thema. Also gleich vorab: Zwei separate WR parallel zu betreiben, die beide ins Netz einspeisen, das funktioniert technisch nicht wirklich sauber. Das führt zu Problemen bei der Frequenzstabilität und der Netzsynchronisation – beide WR versuchen dann quasi, sich gegenseitig zu regeln.

Die saubere Lösung wäre tatsächlich, deinen alten String-WR durch einen Hybrid-WR zu ersetzen und die DC-Seite der Batterie da ranzuhängen. Das ist zwar ein bisschen aufwändig, aber die Standards sind mittlerweile sehr ausgereift. Schau dir mal die VDE 4105 und die aktuelle TAB an – die geben dir die genauen Vorgaben.

Wirtschaftlich? Im Sommer ist das aus meiner Erfahrung durchwachsen. Wenn du eine gute Batterie kaufst und richtig regelst, amortisiert sich das erst nach 8-10 Jahren. Aber für deine Zielsetzung (weniger Einspeisung) reicht auch ein kleinerer Speicher.

Als erstes würde ich einen Fachbetrieb vor Ort anhören – der kann dir sagen, wie dein Netzanschluss das hergibt.


Antwort
Teilen:

PV-Praxis per E-Mail

Zwanzig kurze Tipps zu Technik und Betrieb: Grundlagen, Dach, Dimensionierung, Wechselrichter, Messen, Eigenverbrauch, Balkonkraftwerk, Wallbox, Monitoring und Fehlersuche. Dazu das Praxisheft als PDF. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.