Hallo zusammen,
stehe vor einer wichtigen Entscheidung für mein Wochenendhaus in den Alpen. Plane dort eine komplette Insellösung, da Netzanschluss nicht wirtschaftlich ist. Nach dem letzten Winter hab ich gemerkt, dass meine bisherige Lösung (kleine AGM-Batterien + Generator) einfach nicht mehr ausreicht.
Jetzt im Frühjahr will ich das Projekt richtig angehen. Hauptfrage: LiFePO4 oder doch klassische Blei-Gel-Batterien? Nutze das Haus hauptsächlich an Wochenenden, also sehr unregelmäßig. Im Winter teilweise wochenlang nicht da.
Verbrauch ist überschaubar: LED-Beleuchtung, Kühlschrank, Wasserpumpe, Elektronik. Schätze so 2-3 kWh pro Tag wenn vor Ort. PV-Anlage ist mit 4 kWp schon geplant.
Bei LiFePO4 lockt die lange Lebensdauer und hohe Entladetiefe, aber die Anschaffungskosten... Blei-Gel ist günstiger, aber wie verkraften die den unregelmäßigen Betrieb?
Hat jemand von euch Erfahrung mit Off-Grid-Speichern in ähnlicher Situation? Besonders interessiert mich das Verhalten bei längeren Standzeiten im Winter.
Danke für eure Tipps!
Marcus
Hallo Marcus,
kann dir aus eigener Erfahrung nur zu LiFePO4 raten! Hab zwar keine Off-Grid-Lösung, aber kenne das Problem der unregelmäßigen Nutzung von meinem Gartenhaus.
Blei-Gel ist zwar erstmal günstiger, aber die mögen Tiefentladungen gar nicht und verlieren bei längeren Standzeiten ordentlich Kapazität. Gerade im Winter, wenn deine PV wenig bringt, sind die schnell im kritischen Bereich.
LiFePO4 dagegen verkraften auch mal längere Standzeiten ohne Probleme und du kannst sie fast komplett entladen. Bei deinem Verbrauchsprofil würde ich sagen, dass sich die höheren Anschaffungskosten über die Lebensdauer definitiv rechnen.
Für deine 2-3 kWh täglich würde ich mindestens 10 kWh LiFePO4 einplanen - gibt dir genug Puffer auch für schlechte Wetter-Tage. Achte aber unbedingt auf ein vernünftiges BMS, das auch bei Minusgraden funktioniert.
Die 4 kWp PV sollten im Sommer locker reichen, im Winter wirds aber knapp - eventuell doch noch einen kleinen Generator als Backup?
Gruß
H.Brenner