Ich beschäftige mich gerade mit der Frage, wie aussagekräftig die Monitoring-Daten verschiedener Wechselrichter-Hersteller tatsächlich sind. Bei meinen Projekten habe ich beobachtet, dass die über proprietäre Apps und Portale übermittelten Ertragswerte teilweise erheblich von den Daten abweichen, die man über externe Datenlogger parallel erfasst.
Konkret geht es mir um folgende Punkte: Wie wird bei der Datenübertragung (WiFi, LTE, Ethernet) mit Messungenauigkeiten und Übertragungsausfällen umgegangen? Werden die Werte lokal gepuffert und später korrigiert, oder gehen Messwerte einfach verloren? Und welche Verzögerungen sind zwischen Ort der Messung und Cloud-Darstellung realistisch?
Mich interessiert auch, ob es einen signifikanten Unterschied zwischen den etablierten Herstellern (SMA, Fronius, Huawei) und neueren Anbietern gibt – nicht nur beim Funktionsumfang, sondern vor allem bei der Datenintegrität. Hat hier jemand Langzeiterfahrungen oder hat sich damit systematisch auseinandergesetzt? Ich möchte vermeiden, dass Kunden später feststellen, dass ihre Ertragsprognosen auf mangelhaften oder lückenhaften Daten basieren.
Auf meinem Berghof nutze ich für die Inselanlage ein Victron-System mit lokaler Datenerfassung – da habe ich die Cloud-Abhängigkeit von vornherein vermieden. Was ich bei meinen Experimenten gelernt habe: Die lokalen WR-Speicher (SD-Karte, interner Flash) sind deutlich zuverlässiger als die Cloud-Übertragung. Bei längeren Netzausfällen oder schlechtem Signal puffern die besten Geräte die Daten trotzdem, aber nicht alle. Meine Empfehlung wäre, die Hersteller-Specs zum lokalen Datenpuffering genau zu überprüfen. Ich würde keinem System trauen, das nur über Internet funktioniert – das ist für Anlagen im ländlichen Raum ohnehin ein No-Go.
Thorsten K. hier – genau das habe ich mir auch schon bei mehreren Anlagen angesehen, ähnlich wie damals bei den vermeintlich präzisen Kosten-Kalkulationen. Die Hersteller-Portale sind oft erheblich optimistischer als die Realität. WiFi-Verbindungen reißen ab, Datenpunkte gehen verloren, und nachgelagerte Interpolationen beschönigen die Lücken. SMA und Fronius sind da relativ transparent, aber die Cloud-Darstellung hat oft eine Verzögerung von mehreren Minuten. Bei Huawei habe ich schon merkwürdige Glättungen in den Kurven beobachtet. Meine Empfehlung: Immer ein zusätzliches, hardwiregebundenes Datenlogger-System parallel laufen lassen, besonders wenn die Ertragsprognose geschäftskritisch ist.