Hallo zusammen,
ich arbeite an einem Monitoring-Konzept für mehrere Kundenanlagen und stoße dabei auf ein grundsätzliches Problem: Die meisten Smart-Home-Zentralen verlangen eine Cloud-Verbindung, selbst wenn ich nur lokal messen und steuern möchte. Das ist für meine Anforderungen keine Option – weder datenschutztechnisch noch in Bezug auf die Zuverlässigkeit meiner Messungen.
Ich habe bislang mit Home Assistant experimentiert, das läuft lokal auf nem Raspberry Pi ohne externe Abhängigkeiten. Aber ich frage mich: Gibt es darüber hinaus andere etablierte Lösungen, die wirklich ohne Cloud auskommen und dabei stabil genug sind für ein professionelles Monitoring? KNX wäre theoretisch interessant, aber das ist für reine PV-Erfassung überdimensioniert und teuer.
Wie habt ihr das gelöst? Nutzt ihr ausschließlich lokale Systeme, oder sind da Kompromisse nötig?
Danke für Input!
Markus, dazu kann ich aus eigener Erfahrung berichten: Home Assistant ist tatsächlich eine sehr solide Lösung für lokale Überwachung, vor allem wenn man sowieso mit Sensoren und Wechselrichter-APIs arbeitet. Das habe ich auch in meinem früheren Projekt mit der Wallbox-Integration genau so gemacht – vollständig ohne Cloud.
Alternativ noch: OpenHAB ist ähnlich flexibel, erfordert aber etwas mehr Konfigurationsaufwand. Für reine Datenerfassung (nicht Steuerung) würde ich auch Grafana + InfluxDB auf nem kleinen Server in Betracht ziehen – das ist minimalistisch, sehr zuverlässig und lädt keine Daten hoch.
Wichtig: Bei lokalen Systemen unbedingt regelmäßige Backups machen und die Hardware nicht unterdimensionieren. Ein Pi 4 mit 4GB RAM ist das Minimum, besser 8GB bei mehreren Anlagen.
Also ehrlich gesagt – bei echten Profianforderungen bin ich da skeptisch, ob eine Standard-Zentrale reicht. Du sprichst von Kundenanlagen, nicht Hobby-Monitoring, oder? Da würde ich eher in Richtung spezialisierte Monitoring-Hardware schauen, nicht generische Smart-Home-Zentralen. Die sind für Komfortsachen gemacht (Heizen, Licht), nicht für Energiedatenerfassung über lange Zeiträume.
Und ja, klar ist Home Assistant lokal machbar, aber wie stabil läuft das wirklich im 24/7-Betrieb über Monate? Ob da nicht doch regelmäßig was crasht oder Daten verloren gehen – da hätte ich gerne belastbare Zahlen zu, bevor ich sowas bei Kunden einbaue.