Hi Leute,
wir haben seit 2022 einen 10 kWh Speicher (Pylontech) und mir fällt auf, dass er im Sommer richtig hart arbeiten muss. Die PV-Anlage (12 kWp) produziert momentan locker 70-80 kWh am Tag und der Speicher wird teilweise 3-4x pro Tag komplett durchgeladen.
Dazu kommt, dass wir seit letztem Jahr eine Klimaanlage haben, die tagsüber ordentlich zieht. Der Speicher springt permanent zwischen laden und entladen hin und her. Manchmal ist er um 11 Uhr schon voll, dann läuft die Klima und zieht ihn wieder runter, dann lädt er wieder...
Meine Sorge: schadet das der Batterie? Sind so viele Zyklen pro Tag normal oder sollte ich was an den Einstellungen ändern? Der Wechselrichter ist ein Fronius mit den Standard-Einstellungen.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie geht ihr mit dem hohen Durchsatz im Sommer um? Ich will nicht, dass der Speicher nach paar Jahren hinüber ist, nur weil ich im Sommer zu aggressiv geladen hab.
Freue mich auf eure Tipps!
Gruß Tim
Servus Tim,
kann Thomas nur beipflichten - die modernen Speicher verkraften das schon. Aber ein paar Optimierungen schaden nie.
Ich würd dir empfehlen, mal ins Energiemanagement zu investieren. Mit nem einfachen System kannst du die Klimaanlage intelligent steuern - sie läuft dann bevorzugt wenn PV-Überschuss da ist, statt den Speicher zu belasten.
Alternativ: Speicher-Prioritäten anpassen. Bei Fronius kannst du einstellen, dass erst ab nem bestimmten Überschuss geladen wird. So vermeidest du die Mini-Ladezyklen.
Und ganz ehrlich: nach 4 Jahren intensiver Nutzung hab ich noch keine nennenswerte Degradation bei meinem BYD. Die Dinger sind robuster als man denkt 👍
Hey Tim,
bin zwar noch nicht so der Experte wie andere hier, aber hab auch schon gemerkt dass mein kleiner 5kWh Speicher im Sommer ziemlich gefordert wird.
Was mir aufgefallen ist: die Temperatur spielt auch ne große Rolle. Steht euer Speicher vielleicht in der Garage oder Keller wo's warm wird? Meiner wird bei 35°C schon deutlich träger beim laden.
Hab letztens gelesen dass man bei Pylontech auch die Lade-/Entladeleistung begrenzen kann. Vielleicht bringt das was? Dann lädt er langsamer aber gleichmäßiger?
Sorry dass ich nicht mehr helfen kann, bin selbst noch am lernen 😅
Moin Tim,
kenn ich gut das Problem! Bei mir läuft's ähnlich, hab aber schon länger Erfahrung damit. Die vielen kleinen Zyklen sind tatsächlich nicht optimal für LiFePO4, auch wenn die robust sind.
Was bei mir geholfen hat: SOC-Fenster anpassen. Statt 10-95% lass ich den Speicher nur zwischen 20-85% arbeiten. Reduziert die nutzbare Kapazität etwas, aber schont die Zellen deutlich. Bei Pylontech kannst du das über die Fronius-Software einstellen.
Zweiter Tipp: Lade-/Entlade-Schwellen anpassen. Ich hab die Hysterese auf 5% gesetzt - heißt, wenn er bei 85% ist, fängt er erst bei 80% wieder an zu laden. Verhindert das ständige Hin und Her.
Und im Sommer gönn ich dem Speicher bewusst mal 'ne Pause. Wenn absehbar ist, dass er den ganzen Tag vor sich hin zappelt, stell ich ihn manchmal auf 'Erhaltungsladung' und lass den Überschuss ins Netz. Hatte das Thema schonmal bei den Wandlungsverlusten angesprochen - weniger Durchsatz = weniger Stress für alle Komponenten.
Hallo Tim,
aus meiner Sicht machst du dir zu viele Gedanken. Moderne Lithium-Batterien sind für genau solche Anwendungen ausgelegt. 3-4 Vollzyklen pro Tag mögen viel erscheinen, aber rechne mal nach: das sind ca. 1200 Zyklen im Jahr. Bei einer Garantie von 6000-8000 Zyklen hast du noch reichlich Puffer.
Wichtiger ist die Einhaltung der Betriebstemperatur. Pylontech arbeitet optimal zwischen 15-25°C. Darüber hinaus reduziert sich die Lebensdauer deutlicher als durch häufige Zyklen.
Mein Rat: Konzentriere dich auf gute Belüftung und Temperaturüberwachung. Die Ladezyklen regelt das BMS der Batterie schon optimal. Falls du trotzdem optimieren willst, dann eher über intelligente Verbrauchersteuerung - lass die Klimaanlage bevorzugt dann laufen, wenn die PV voll produziert.
Viele Grüße
Thomas