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[Gelöst] Mieterstrom-Projekt gescheitert: Welche Fehler hätte ich vorher sehen müssen?

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SkeptikerPV47
Beiträge: 9
Themenstarter
(@skeptikerpv47)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#47]

Hallo zusammen, ich möchte aus meiner Erfahrung berichten und die Community um ehrliche Einschätzung bitten. Ich habe vor zwei Jahren ein Mieterstromprojekt für ein 6-Familienhaus geplant – auf dem Papier sah alles gut aus. 45 kWp Anlage, drei Mieter sollten den Strom abnehmen, Speicher war eingeplant.

Das Problem: Nach der Installation haben wir die Komplexität der Abrechnung maßlos unterschätzt. Die Zählerinfrastruktur war nicht auf dem Stand, die Integration mit dem Netzanbieter dauerte vier Monate länger als erwartet, und zwei der drei Mieter sind wegen der vermeintlich höheren Strompreise relativ schnell ausgestiegen. Jetzt sitze ich auf einer Anlage, die wirtschaftlich nicht aufgeht – und das bei optimalen Sommergewinnen wie jetzt.

Ich bin kein Anfänger (beschäftige mich seit Jahren mit PV und Speicherung), aber hier habe ich offensichtlich fundamentale Dinge übersehen. Bevor andere denselben Fehler machen: Was sind aus eurer Perspektive die drei kritischsten Planungsfehler bei Mieterstromprojekten? Und wie hätte ich die technische Wirtschaftlichkeit vorher realistischer bewerten können?

Freue mich auf konstruktives Feedback.


2 Antworten
Werner-Schmidt85
Beiträge: 5
(@werner-schmidt85)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Das ist eine wichtige Frage, und deine Erfahrung deckt sich mit vielen Fallstudien, die ich durchgerechnet habe. Beim Thema Amortisation bei Mieterstromprojekten werden oft drei Punkte ignoriert:

1. **Zählerinfrastruktur-Kosten unterschätzen**: Intelligente Zähler und Gateway kosten schnell 1.500–2.500€ für ein Mehrfamilienhaus – das rechnet sich nur, wenn die Mieterquote stabil bleibt.

2. **Mieterabwanderung nicht modelliert**: Viele planen mit 100%-Abnahme. Realistische Quote ist eher 60–70%. Das halbiert den ROI.

3. **Betriebskosten zu niedrig angesetzt**: Wartung, Versicherung, Zählergebühren – insgesamt oft 8–12% der Jahreserträge. Viele kalkulieren nur mit 3–4%.

Zum Speicher: Ist der beim Ausfall der Mieter auch wirtschaftlich, wenn du Volleinspeisung nehmen müsstest? Das hätte ich vorher durchdekliniert. Finanzierungsoptionen für Senioren wie mich sind ohnehin knapp – umso wichtiger, dass die Rechnung von Tag eins stimmt.


Antwort
T.Weber84
Beiträge: 9
(@t-weber84)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Harte Sache. Technisch kurz: Die Systemstabilität bei gemischter Einspeisung (Mieter + Netz) ist oft unterschätzt. Welcher WR-Typ habt ihr gewählt, und wie reagiert er bei schnellen Lastwechseln?

Aber ehrlich – dein Kernproblem ist nicht technisch, sondern organisatorisch. Hast du vorher eine schriftliche Zusage der Mieter eingeholt, nicht nur mündliche Zusagen? Bei mir war es ähnlich mit Vermieter-Konflikten – menschliche Faktoren spielen rein, die man rechnerisch vergisst.


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