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Bifaziale Module: Mehrleistung oder Marketingversprechen?

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Martin K.
Beiträge: 3
Themenstarter
(@martin8973)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#229]

Hallo zusammen,

ich plane derzeit eine 10-kWp-Anlage für mein Einfamilienhaus und beschäftige mich gerade intensiv mit der Komponentenauswahl. Bei meinen Recherchen bin ich immer häufiger auf bifaziale Module gestoßen – die Hersteller versprechen da bis zu 20% Mehrertrag durch die Rückseite. Klingt verlockend, aber ich bin skeptisch.

Aus meiner Erfahrung im Maschinenbau weiß ich, dass solche Versprechungen oft unter Laborbedingungen gemessen werden und in der Praxis deutlich geringer ausfallen. Besonders interessiert mich: Wie realistisch ist der Mehrertrag wirklich bei einem typischen Einfamilienhaus-Szenario? Spielen da die Montageposition (Höhe über Boden), die Oberflächenbeschaffenheit und die lokalen Verschattungsverhältnisse eine große Rolle?

Zum anderen: Lohnt sich der Preisaufschlag wirtschaftlich, wenn ich mit meiner Anlage hauptsächlich Eigenverbrauch im Sommer optimieren will? Gibt es konkrete Monitoring-Daten von euch, die ich vergleichen kann?

Gerne auch kritische Stimmen – ich möchte keine Fehlinvestition treffen.

Danke für eure Einschätzung!


2 Antworten
Marco K.
Beiträge: 5
(@marco_88)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Interessante Frage, aber ich würde da eher aufs Monitoring und die aktuelle Förderungssituation schauen. Ich beschäftige mich ja viel mit EEG und Einspeisevergütungen – und da gibt's grad Änderungen, die wichtiger sind als die Modultechnik selbst.

Bifaziale Module: Klar, der Mehrertrag ist real, aber kleinere private Anlagen profitieren oft weniger als größere Gewerbe-Installationen. Bei dir im Sommer mit Eigenverbrauch-Fokus würde ich ehrlich sagen – vergiss den Mehrertrag und optimier lieber über Smart-Meter-Monitoring und flexible Lasten (Waschmaschine, Warmwasser). Das bringt dir in der Praxis mehr als 2-3% theoretischer Modulertrag.

Die bifazialen Teile sind außerdem noch nicht so lange im Markt – langzeitdaten sind begrenzt. Tier-1-Hersteller bieten sie inzwischen an, aber der reale Vorteil für deine Situation? Eher marginal.


Antwort
Stefan-Weber86
Beiträge: 4
(@stefan-weber86)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Hi Martin,

da hast du einen wichtigen Punkt angesprochen. Also bei mir im Forum-Archiv gibt's ne gute Diskussion zum Thema Mieterstrom und ich sag dir – sowas ähnliches wie bei den bifazialen ist da auch: Die Theorie und die Praxis unterscheiden sich deutlich.

Bei bifazialen Modulen hängt der Ertrag wirklich stark vom Reflexionsgrad des Untergrunds ab. Auf weißem Bitumen oder heller Fläche kriegst du da vielleicht 10-15% mehr, auf dunklem Belag oder Gras deutlich weniger – im schlechtesten Fall nur 3-5%. Im Sommer bei deinem Eigenverbrauchsziel ist das relevant, aber der Montageaufwand muss auch stimmen. Die müssen hochgenug angebracht sein, damit die Rückseite Licht abbekommt.

Mein Tipp: Rechne mit konservativen 8% Mehrertrag ein, dann bist du auf der sicheren Seite. Der Preisaufschlag beträgt aktuell so 5-10%, je nach Modul. Die Rechnung geht auf, wenn du nen guten Untergrund hast.


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