Ich versuche gerade, unsere Eigentümergemeinschaft (8 Wohneinheiten) von einer PV-Anlage auf dem Dach zu überzeugen. Bisher haben wir einen Beschluss mit 6:2 Stimmen gefasst, aber zwei Eigentümer blockieren noch immer die Umsetzung und behaupten, die Rentabilität sei nicht gegeben.
Ich habe verschiedene Szenarien durchgerechnet: 25 kWp Anlage, Wechselrichter mit Speicher (ca. 10-15 kWh), Kostenaufteilung nach Wohnfläche. Die zentrale Frage für mich ist: Wie modelliere ich die Amortisationszeit korrekt, wenn ich realistische Degradation (~0,5% p.a.), erhöhte Strompreisvolatilität und die tatsächlichen EEG-Vergütungen einrechne?
Bisherige Spannweite in meinen Kalkulationen: 10,5 bis 14,2 Jahre je nach Eigenverbrauchsquote und Speichereinsatz. Die Blockierer argumentieren mit 15+ Jahren. Welche Parameter übersehe ich möglicherweise? Sollte ich die Speicherkosten wirklich 1:1 in die Amortisationsrechnung einbeziehen, oder gibt es etablierte Methoden, diese separat zu betrachten?
Auch interessiert mich: Wie gehe ich mit der Unsicherheit bei zukünftigen Strompreisen um – eher konservativ oder mit historischen Steigerungsraten?
Markus, ich muss dir ehrlich sagen: Bei einer WEG mit acht Einheiten und Speicher landest du schnell bei unrealistischen Szenarien. Die Speicherkosten sind für gemeinschaftliche Anlagen oft ein enormer Bremsfaktor – viele Leute rechnen da zu optimistisch. Ich war auch mal in so einer Situation, siehe mein früherer Thread zu Speichern beim Balkonkraftwerk – dort kam ähnlich raus: Die reale Kostenersparnis ist deutlich niedriger.
Mein Rat: Rechne zwei parallele Modelle. Modell A ohne Speicher (reine Volleinspeisung mit aktueller Vergütung), Modell B mit kleinerem Speicher (nur für Spitzenausgleich). Oft sehen die Skeptiker dann, dass Variante A nach 11-12 Jahren im positiven Bereich ist. Das Speicher-Zusatznutzen ist einfach zu gering, um die WEG-breite Finanzierung zu rechtfertigen.
Ohne Speicher gerechnet – immer. Eingespeister Strom, fertig. Alles andere ist Wunschdenken bei WEGs.
Gutes Thema, genau das haben wir auch gerade durch. Eine Sache, die ich in meinen eigenen Berechnungen lange unterschätzt habe: Die Speicherzyklen kosten dich am Ende mehr, als sie sparen. Bei 10-15 kWh Budget rechne ich mittlerweile mit echten Betriebskosten von etwa 8-12% der Anschaffungskosten über 10 Jahre – Wartung, mögliche Zellaustausche, Degradation des Speichers.
Zur Strompreisentwicklung: Ich nutze da nicht die wilden Steigerungsraten von früher, sondern eher 2-3% real p.a., was konservativer ist. Für eine WEG habe ich dann erlebt, dass die realistische Amortisation doch eher bei 12-14 Jahren lag, wenn man alle Kosten ehrlich rechnet. Versuch vielleicht, mit deinen Skeptikern offenzulegen, welche Annahmen du machst – das schafft Vertrauen. Hast du auch Degradation bei den Modulen und Wechselrichter-Austausch nach 10-12 Jahren eingerechnet?