Mich interessiert die technische Begründung hinter den Kabelquerschnitt-Vorgaben in der Praxis. Immer wieder höre ich von Installateuren, dass man sich "an die DIN halten muss", aber ich finde in den Normen teilweise unterschiedliche Anforderungen je nach Anwendungsfall.
Konkret: Bei einer geplanten 10-kWp-Anlage mit ca. 30m Strecke vom Dach zum Wechselrichter im Keller - wird der Querschnitt primär durch zulässigen Spannungsfall (2-3%) bestimmt, oder gibt es andere Faktoren? Und warum unterscheiden sich die Vorgaben zwischen DC-seitig und AC-seitig so stark?
Mich geht es nicht um Billig-Lösungen, sondern um das Verständnis, wo die technischen Grenzen wirklich liegen. Kann jemand die rechnerischen Grundlagen erklären, statt nur "das ist Vorschrift" zu sagen?
Hast du schon den Kalkulator von der HTW Berlin probiert? Der rechnet dir das ganz konkret durch für deine Konstellation.
Das ist eine sehr gute Frage, Werner! Ich habe mich da auch schon dran "festgebissen", weil ich es verstehen wollte. Die DIN VDE 0100-520 schreibt Schutzmaßnahmen vor (also Absicherung gegen Überstrom), aber der Spannungsfall ist davon getrennt - der ist eher eine Effizienz-Sache. Bei DC mit deinen 30m und höheren Spannungen (meist 400V+) ist der Spannungsfall weniger kritisch als bei AC mit niedrigeren Spannungen. Rechnerisch: R = ρ × L / A, dann U_fall = I × R. Mit Kupfer ρ=0,0178 kannst du das durchspielen. Die 2% sind quasi ein Erfahrungswert der Industrie für wirtschaftlich sinnvoll - unter 2% wirds teuer, über 3% merkst du echte Verluste.
Also in meiner Erfahrung als PM rechnet man beim Spannungsfall mit dem Ohmsche Gesetz: U = I² × R. Die zulässigen 2-3% sind eine Kompromisslinie zwischen Kupferkosten und Effizienzverlusten. AC-seitig brauchst du oft größere Querschnitte weil die Ströme geringer sind aber weitere Strecken anfallen - da spielen auch Induktivitäten eine Rolle. Meine Installateure nutzen dafür immer Berechnungstabellen, aber die genaue Formel müsste in der DIN 18015-1 stehen. Für deine 30m solltest du mit min. 6mm² DC rechnen, AC je nach Wechselrichter-Nennstrom 4-6mm².