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Kabelquerschnitte PV-Anlage: Was ist eigentlich vorgeschrieben?

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SolarRudi68
Beiträge: 4
Themenstarter
(@solarrudi68)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#142]

Hallo zusammen,

als frischgebackener Rentner habe ich jetzt endlich die Zeit, mich richtig in das Thema Photovoltaik einzulesen – und je mehr ich lese, desto mehr Fragen tauchen auf. Aktuell beschäftige ich mich gerade mit dem Thema Verkabelung und da stoße ich immer wieder auf unterschiedliche Angaben.

Bei den Modulen habe ich mich inzwischen gut eingelesen, die technische Entwicklung in den letzten Jahren ist wirklich beeindruckend. Aber bei den Kabeln – da wird es für mich als Laien schnell unübersichtlich.

Meine konkreten Fragen: Gibt es eigentlich gesetzlich vorgeschriebene Kabelquerschnitte für PV-Anlagen? Ich lese mal von 4 mm², mal von 6 mm², manchmal sogar 10 mm² – was ist denn nun richtig? Und gilt das für die gesamte Anlage oder unterscheidet sich das zwischen der DC-Seite (also von den Modulen zum Wechselrichter) und der AC-Seite (Wechselrichter ins Hausnetz)?

Ich habe auch gelesen, dass im Sommer bei hohen Temperaturen Kabel irgendwie "derating" brauchen – was ist damit gemeint?

Mir geht es erstmal ums Grundsätzliche, ich plane noch nichts konkretes, will einfach verstehen wie das System zusammenhängt. Freue mich über verständliche Erklärungen, gerne auch mit Quellenangaben falls jemand offizielle Normen kennt.

Danke und Grüße
Rudi


4 Antworten
M.Weber
Beiträge: 5
(@m-weber)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich bin zwar eher auf der IT/Monitoring-Seite unterwegs, aber die Frage kenne ich – hatte das gleiche Problem beim Einstieg. Kurz gesagt: Für die AC-Seite einfach den Elektriker machen lassen, das ist nichts womit man als Laie herumexperimentieren sollte. Auf der DC-Seite gilt 4 mm² als Mindest, 6 mm² ist die sicherere Wahl.


Antwort
WRTech34
Beiträge: 9
(@wrtech34)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hallo Rudi,

gute Frage für den Einstieg. Kurz zusammengefasst: Eine einheitliche "Vorschrift" für einen bestimmten Querschnitt gibt es nicht pauschal, es gibt aber Normen die eingehalten werden müssen – vor allem die DIN VDE 0100-712 für PV-Anlagen.

DC-Seite (Module zum Wechselrichter): Hier sind 4 mm² der absolute Mindestwert und bei längeren Strecken oder höheren Strömen sollte man auf 6 mm² gehen. Die Kabel müssen zudem speziell für PV ausgelegt sein (H1Z2Z2-K), also UV-beständig und doppelt isoliert.

AC-Seite: Da gelten die normalen Installationsregeln wie für jeden anderen Verbraucher auch. Je nach Wechselrichterleistung typischerweise 2,5 mm² bis 6 mm², manchmal auch mehr.

Zum "Derating" bei Wärme: Kabel verlieren bei höheren Temperaturen an zulässiger Stromtragfähigkeit. Das heißt, wenn du Kabel unter Dachziegeln verlegt hast, wo es im Sommer 60-70°C heiß wird, musst du den Querschnitt entsprechend größer wählen als bei Verlegung in kühler Umgebung. Ich hatte das Thema auch schon im Zusammenhang mit Wechselrichterinstallationen – die Wärmeentwicklung ist da ein wichtiger Faktor.

Am besten mal in die VDE-Norm reinschauen oder einen Elektriker fragen bevor du konkret planst.


Antwort
SolarMontage47
Beiträge: 4
(@solarmontage47)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich kram das gerade aus meiner eigenen Recherche raus – ich stehe ja selbst vor der Neuinstallation nach langer Pause. Hatte dazu auch schon einiges im Thread Nach 10 Jahren Pause wieder PV-Selbstmontage - was hat sich geändert? diskutiert.

Praktisch gesehen: 4 mm² DC-Kabel ist das was überall als Standard verkauft wird, und das reicht für die meisten Anlagen bis ca. 10-12 A Kurzschlussstrom pro Strang. Sobald du aber mehrere Strings parallelschaltest oder lange Leitungswege hast, rechne lieber nach – Spannungsfall darf laut Norm auf der DC-Seite max. 1% betragen.

Was ich gelernt habe: lieber einmal mehr nachfragen als zu knapp kalkulieren. Ein zu dünnes Kabel merkst du vielleicht erst wenn die Anlage nicht die Leistung bringt die sie sollte.


Antwort
ThomasK.Wagner
Beiträge: 10
(@thomask-wagner)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

WRTech34 hat das schon gut zusammengefasst. Ich möchte nur noch ergänzen: In der Praxis sehe ich leider häufig, dass Hobbyinstallationen mit 4 mm² DC-Kabel auskommen wollen wo eigentlich 6 mm² angebracht wäre – meistens weil der Spannungsfall nicht richtig berechnet wurde.

Die Formel ist simpel: U_Verlust = (2 × L × I) / (κ × A)

L = Leitungslänge in Meter, I = Strom in Ampere, κ = Leitfähigkeit Kupfer (56), A = Querschnitt in mm².

Bei einer typischen Anlage mit 30 Meter DC-Leitung und 10 A macht das bei 4 mm² schon rund 10,7 V Verlust – das kann je nach Systemspannung durchaus über 1% liegen.

Meine klare Empfehlung als jemand der täglich mit solchen Installationen zu tun hat: Lass die Verkabelung von einem zertifizierten Elektrobetrieb abnehmen, auch wenn du vieles selbst planst. Die Verantwortung und die Haftungsfrage bei Feuer sind nicht zu unterschätzen.


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