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Degradation beim Modulkauf einkalkulieren - wie realistisch sind Garantiewerte?

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SolarNeuling2941
Beiträge: 8
Themenstarter
(@solarneuling2941)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#139]

Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei, meine erste Hybridanlage zu planen und beschäftige mich intensiv mit dem Thema Degradation. Ich möchte wirklich alles richtig machen und nicht nach 10 Jahren böse überrascht werden.

Bei den meisten Modulherstellern lese ich von 0,5% bis 0,7% Leistungsverlust pro Jahr, manche versprechen sogar nur 0,3%. Klingt erstmal wenig, aber über 25 Jahre addiert sich das ja ganz schön. Bei 0,7% wären das theoretisch fast 17% Verlust am Ende der Garantiezeit - und trotzdem garantieren viele Hersteller noch 80% Restleistung. Das passt mathematisch irgendwie nicht zusammen, oder?

Für die Planung meines Eigenverbrauchs ist das echt wichtig: Wenn ich heute auf 90% Eigenverbrauchsquote optimiere, wie sehr verschiebt sich das über die Jahre durch die Degradation? Sollte ich bei der Speichergröße von Anfang an einen Puffer einrechnen?

Auch frage ich mich, ob es bei der Degradation große Unterschiede zwischen verschiedenen Herstellern und Technologien gibt, oder ob das am Ende sowieso alles ähnlich läuft. Und spielt die Hitze im Sommer eine Rolle - also nicht nur kurzfristig bei der Leistung, sondern auch langfristig für die Alterung der Module?

Freue mich über Erfahrungen und sachliche Einschätzungen!

Markus


2 Antworten
T.Weber11
Beiträge: 2
(@t-weber11)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich kann aus der Praxis sagen: meine 12 kWp-Anlage läuft jetzt seit 3 Jahren und ich sehe im Monitoring noch kaum messbaren Rückgang. Aber 3 Jahre sind natürlich zu wenig für belastbare Zahlen. Was ich gelernt hab - die ersten paar Jahre sagt die Kurve eh wenig, weil Wetterschwankungen und Messungenauigkeiten größer sind als der Degradationseffekt. Erst ab ca. Jahr 5-7 wird's wirklich sichtbar.


Antwort
Thomas-Kremer
Beiträge: 4
(@thomas-kremer)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Die Frage ist berechtigt, und du hast schon richtig gerechnet - der scheinbare Widerspruch zwischen jährlicher Degradationsrate und der 80%-Garantie ist real und wird von Herstellern gerne verschleiert.

Hintergrund: Die meisten linearen Leistungsgarantien erlauben im ersten Jahr einen höheren Initialverlust (oft 2-3%), danach dann 0,5-0,7% jährlich. Rechne das durch: 3% im Jahr 1 plus 24 × 0,7% = 3 + 16,8 = 19,8% Verlust über 25 Jahre - damit landen viele Hersteller genau knapp über 80% und haben formal recht. Das ist kein Versehen, das ist Design.

Bei den Degradationsraten gibt es tatsächlich messbare Unterschiede. Etablierte Tier-1-Hersteller mit nachgewiesener Produktionsqualität liegen in unabhängigen Langzeittests oft bei 0,4-0,5% realer Degradation. Billigware aus unbekannten Quellen kann deutlich schlechter abschneiden. Das Problem: Du weißt das erst nach 10 Jahren.

Zur Hitze - ja, dauerhaft hohe Temperaturen (also nicht Spitzenlasten im Juli, sondern über viele Jahre akkumulierte thermische Belastung) können die Zelldegradation beschleunigen, besonders bei mangelhafter Hinterbelüftung. Das ist aber schwer vorherzusagen.

Für die Speicherplanung: Ich würde den Puffer eher über eine vernünftige Anlagendimensionierung lösen als über einen übergroßen Speicher. Schau auch mal in den Thread zum Thema Wärmepumpe mit PV - da hab ich zu Systemauslegung schon was geschrieben.


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