Hallo zusammen,
ich bin vor 10 Jahren schonmal hier aktiv gewesen und hatte damals eine kleine 3kWp-Anlage mit polykristallinen Modulen installiert. Jetzt überlege ich, eine zweite Anlage aufzubauen und bin verwirrt über die aktuelle Marktsituation.
Früher war die Sache einfach: Monokristalline waren teuer und effizient, polykristalline günstig und weniger effizient. Aber jetzt sehe ich überall nur noch Monokristallmodule, und die Preisunterschiede sind minimal geworden. Meine Frage: Gibt es 2026 noch einen wirtschaftlichen Grund, sich für Polykristallin zu entscheiden?
Meine geplante Anlage soll auf einem Satteldach mit guter Südausrichtung installiert werden (Dachfläche ist ausreichend). Mir geht es primär um die langfristige Wirtschaftlichkeit über 25 Jahre, nicht um maximale Ästhetik.
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Hat sich bei den Degradationsraten noch was zum besseren verändert?
Danke für eure Einschätzungen!
Kurze Antwort: poly ist praktisch nicht mehr lieferbar, mono brauchst du gar nicht vergleichen – nimm was du bekommst.
Aber ehrlich: Bei einer Bestandsanlage wie deiner würde ich erst prüfen, ob die alte 3er noch läuft und wie die Degradation aussieht. Das hätte ich früher schon gerne gewusst.
Bei meiner 12kWp-Anlage (läuft jetzt 3 Jahre) habe ich monokristalline Module, und die Leistung ist stabil. Für die Netzeinspeisung macht das technisch keinen Unterschied, ob mono oder poly – das wird ja alles gleich vergütet.
Einen praktischen Hinweis: Achte beim Kauf auf die optimale Verschaltung mit einem guten Wechselrichter. Das bringt oft mehr Ertrag als der Modultyp. Und wenn du später eine Wallbox mitplanst, denk schon jetzt an die Ladezyklen und den Eigenverbrauch – das brauchte ich später noch zu optimieren. Bei mir war das rechtlich knifflig.
Interessante Frage! Ich bin selbst noch relativ neu im Thema, aber aus meinen bisherigen Recherchen für meine geplante Anlage habe ich den Eindruck gewonnen, dass Polykristalline inzwischen fast komplett vom Markt verdrängt wurden. Bei meinen Dachausrichtungs-Berechnungen habe ich kaum noch Angebote mit polykristallinen Modulen bekommen. Die Hersteller scheinen die Produktion massiv reduziert zu haben. Für deine Südausrichtung mit guter Fläche würde ich ehrlich sagen: Monokristallin ist heute der Standard, und preislich macht es keinen Unterschied mehr. Vielleicht kannst du mir auch helfen – wie prüfst du eigentlich die Langzeitstabilität der Module in deinen Berechnungen?
Das ist eine berechtigte Frage, nur mit falscher Prämisse. Der Markt hat sich nicht wegen technischer Überlegenheit in Richtung Monokristallin verschoben, sondern wegen Produktionseconomies of Scale. In China sind monokristalline Produktionslinien billiger zu skalieren geworden.
Wirtschaftlich sind beide Technologien heute äquivalent: Bei gleichen Anschaffungskosten und ähnlichen Degradationsraten (beide ~0,5-0,7% p.a.) zahlt sich der Modultyp nicht aus. Was zählt, ist die spezifische Modulqualität und der Hersteller – nicht ob mono oder poly. Schau dir Zertifizierungen und Garantiebedingungen an, nicht die Kristallform.