Hallo zusammen,
after 15 Jahren bin ich jetzt wieder im PV-Thema unterwegs und versuche, mich mit den aktuellen Komponenten vertraut zu machen. Eine Frage beschäftigt mich gerade sehr: Optimierer.
Ich plane, mit einer kleineren Anlage zu starten – möglicherweise erst ein Balkonkraftwerk, später vielleicht ausgebaut. Bei meinem Haus gibt es aber ein paar Besonderheiten: Der Süddachbereich ist nachmittags teilweise von einem Baum verschattet, und ich habe auch noch nicht alle Dachflächen vollständig geplant.
Jetzt habe ich gelesen, dass man mit Optimierern (oder sind das Leistungsoptimierer?) Verschattungsverluste reduzieren kann. Aber: Lohnt sich das wirtschaftlich überhaupt bei einer kleineren Anlage? Was kostet so ein Optimierer extra, und wie lange dauert es, bis sich das amortisiert? Ich möchte nicht unnötig Geld für High-Tech ausgeben, wenn ein einfacher String-Wechselrichter auch reicht.
Wäre sehr dankbar für ehrliche Einschätzungen – gerne auch, wenn jemand sagt, dass es in meinem Fall Unsinn ist!
Viele Grüße,
M.Hartmann
Hab mich mit der gleichen Frage rumgeschlagen, als ich meine Anlage mit Speicher geplant habe. Meine Erkenntnis: Bei mir macht es keinen Sinn. Die Verschattung bei mir ist eher gering und zeitlich begrenzt.
Wenn allerdings mehrere Module ständig im Schatten sind (z.B. von Gebäuden), könnte es interessant werden. Dann würden die Optimierer aber auch eher als Sanierung in Frage kommen, nicht von vorne herein.
Für den Anfang würde ich wie WRTech sagen: Erst Anlage bauen, Daten sammeln, dann entscheiden. Die meisten Anfänger überschätzen das Verschattungsproblem eh.
Bei meiner Anlage hab ich das auch immer wieder überlegt. Ehrlich gesagt: nicht gemacht. Die Teilverschattung durch meinen Nachbarbaum ist saisonal unterschiedlich stark, und für die Sommermonate wie jetzt spielts eher keine Rolle. Im Winter ists eh weniger relevant, weil der Ertrag ohnehin niedrig ist.
Gute Frage, M.Hartmann. Der Knackpunkt ist: Bei kleineren Anlagen mit lokaler Verschattung rentiert sich das nur selten. Optimierer kosten je nach Typ 150–300 Euro pro Modul, dazu kommen Installationskosten.
Wichtig zu verstehen: Es gibt DC-Optimierer (optimieren Spannung/Strom pro Modul) und Leistungsoptimierer (noch granularer). Für deine Situation mit Teilverschattung durch den Baum würde nur ein DC-Optimierer Sinn machen – aber selbst da: Bei einer Mini-Anlage mit vielleicht 1,5–3 kWp amortisiert sich das in 10–15 Jahren, wenn überhaupt.
Mein Rat: Starten Sie ohne Optimierer. Nutzen Sie stattdessen intelligente Modulauslegung – die verschatteten Module einfach separaten Strings zuordnen. Das kostet kaum mehr und bringt ähnliche Effekte. Später, wenn die Anlage größer wird, können Sie immer noch nachrüsten.