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Eigenverbrauchsquote simulieren: Welche Tools rechnen realistisch?

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TechMike_8720
Beiträge: 9
Themenstarter
(@techmike_8720)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#18]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiv damit, verschiedene Maßnahmen zur Eigenverbrauchsoptimierung rechnerisch zu vergleichen – also nicht nur grob überschlagen, sondern wirklich kalkulatorisch fundiert.

Konkreter Hintergrund: Ich habe in mehreren Simulationstools (PVSol, SolarEdge Designer, ein paar Excel-basierte Eigenentwicklungen) mal durchgespielt, was verschiedene Maßnahmen eigentlich bringen. Und die Ergebnisse weichen zum Teil erheblich voneinander ab, was mich skeptisch macht.

Folgende Szenarien hab ich verglichen:
- Batteriespeicher (10 kWh) ohne weitere Steuerung
- Dynamische Lastverschiebung (Waschmaschine, Spülmaschine, Warmwasser per Heizstab)
- Kombination aus beidem
- Wallbox mit gesteuertem Laden (ca. 12.000 km/Jahr)

Je nach Tool komme ich bei der Eigenverbrauchsquote auf Unterschiede von 8-15 Prozentpunkten für die gleiche Konfiguration. Das kann ja nicht nur an unterschiedlichen Einstrahlungsdaten liegen.

Mich würde interessieren: Habt ihr Erfahrungen damit, welche Tools bei der Eigenverbrauchssimulation am nächsten an der Realität sind? Und welche Maßnahmen haben sich bei euch im Betrieb tatsächlich als wirtschaftlich sinnvoll erwiesen – gerade auch im Sommer, wo die Produktion ja sowieso hoch ist?

Besonders interessiert mich, ob die Lastverschiebung wirklich so viel bringt wie die Tools versprechen, oder ob das in der Praxis oft überschätzt wird.

Danke schon mal!


3 Antworten
T.Bergmann
Beiträge: 4
(@t-bergmann)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Aus meiner Erfahrung mit der Inselanlage kann ich zu den großen Simulationstools wenig sagen, aber zur praktischen Seite schon was beitragen.

Lastverschiebung wird in meinen Augen von den meisten Tools tatsächlich überschätzt, und zwar aus einem simplen Grund: Die gehen oft von idealer Steuerung aus. In der Realität hast du im Sommer mittags 4-6 Stunden wo du quasi alles verbrauchen kannst was du hast – aber ein normaler Haushalt hat schlicht keine Abnehmer mehr nach dem dritten Durchlauf Waschmaschine.

Den wirklichen Unterschied macht bei mir ein Heizstab im Warmwasserspeicher. Den hab ich bei meiner Winterbilanz-Diskussion schon erwähnt – im Sommer ist der aber nochmal effektiver weil man den Überschuss einfach in Warmwasser parkt ohne große Batterieverluste. Kosten für den Heizstab sind überschaubar, Wirkung ist messbar.

Batterie lohnt sich meiner Meinung nach nur wenn die Auslegung zur tatsächlichen Verbrauchskurve passt. Zu klein bringt kaum was, zu groß schleppt man Investitionskosten mit die sich nie amortisieren.


Antwort
Werner-Hoffmann
Beiträge: 4
(@werner-hoffmann)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Die Abweichungen zwischen den Tools überraschen mich ehrlich gesagt nicht. Nach 15 Jahren im Forum habe ich das schon oft erlebt – PVSol rechnet konservativ, manche anderen Tools sind da deutlich optimistischer, besonders bei der Lastverschiebung.

Meine Faustregel aus der Praxis: Was ein Tool als erreichbar simuliert, halbiere ich mental und bin dann meist nah an der Realität nach dem ersten Betriebsjahr. Klingt pessimistisch, hat sich aber bewährt.

Für die Wirtschaftlichkeit konkret: Speicher und Wallbox zusammen sind tatsächlich der stärkste Hebel – aber nur wenn das Fahrzeug auch tagsüber geladen werden kann. Wer morgens um 7 losfährt und abends wiederkommt, der lädt halt nachts aus dem Netz, egal wie gut die PV produziert. Das modellieren viele Tools zu optimistisch.

Lastverschiebung bei Haushaltsgeräten bringt im Jahresschnitt vielleicht 3-5 Prozentpunkte Eigenverbrauch, eher weniger. Im Sommer ist der Effekt kleiner weil man ohnehin schon hohe Eigenverbrauchsquoten hat. Den großen Unterschied macht das nicht.


Antwort
TechLuca_92
Beiträge: 6
(@techluca_92)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Interessante Frage, ich kämpfe mit ähnlichem Thema gerade. Bei mir im Smart-Home-Setup (KNX + Home Assistant) merke ich, dass die theoretischen Modelle oft davon ausgehen, dass Geräte zu 100% steuerbar sind – in der Praxis ist das halt nicht so. Die Spülmaschine läuft wann sie läuft, wenn man eben Abends aufräumt und nicht extra drauf wartet.

Ich hab PVSol kurz angetestet, fand die Lastprofile aber zu generisch. Die nehmen dann so ein Standardhaushaltsprofil H0 oder ähnliches, das passt für optimierten Eigenverbrauch kaum. Wenn du wirklich Lastverschiebung simulieren willst, brauchst du eigentlich gemessene 15-Minuten-Intervall-Daten aus deinem eigenen Haushalt – sonst rechnet das Tool halt irgendwas.

Die Kombination Speicher + Wallbox bringt laut meiner Recherche den größten Hebel, aber das hängt massiv am Fahrprofil. Ich hab zu meiner ersten Winterbilanz schon gemerkt, wie stark die realen Zahlen von den Prognosen abweichen können. Sommer ist nochmal anders, weil die Überschüsse so groß sind dass selbst ein 10kWh Speicher mittags voll ist und dann nichts mehr aufnehmen kann.


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