Hallo zusammen,
ich plane gerade meine erste PV-Anlage (ca. 10 kWp) und versuche die Amortisationszeit zu berechnen. Überall lese ich unterschiedliche Zahlen - von 8 bis 15 Jahren - und ich bin verunsichert, was ich da einrechnen muss.
Ich habe ein Einfamilienhaus mit ausreichend Dachfläche, gute Südausrichtung. Strompreis liegt bei uns aktuell bei etwa 35 Cent/kWh. Ich möchte die Anlage selbst nutzen für den Eigenverbrauch, eventuell später einen Speicher nachrüsten.
Meine Fragen:
- Soll ich bei der Berechnung schon mit Speicher rechnen oder erst danach?
- Wie realistische Ertragsprognosen nutze ich? Die vom Installer sind mir zu optimistisch
- Was kostet mich die Wartung pro Jahr wirklich?
- Gibt es Kosten, die ich vergesse?
Wäre super, wenn mir jemand mit praktischer Erfahrung die wichtigsten Positionen erklärt. Danke!
Bei mir ist die Situation anders – Off-Grid auf dem Berg – aber zum Thema Speicher: Wenn du Eigenverbrauch optimieren willst, sollte der Speicher von Anfang an in die Planung rein. Nicht hinterher nachdenken. Bei meinen Experimenten hier merke ich: ein Speicher, der gut kalibriert ist, kann die Amortisationszeit tatsächlich verkürzen, wenn dein Strompreis hoch genug ist. 35 Cent spricht dafür.
Aber: Speicherkosten realistisch einrechnen! Nicht die Hersteller-Propaganda glauben, dass sich der nach 8 Jahren rechnet. Eher 12-15 Jahre, wenn's gut läuft.
Für die Grundberechnung würde ich sagen: erst die PV allein durchrechnen (dürfte bei dir um die 10 Jahre liegen), dann Speicher als separate Investition bewerten.
Hi Thomas,
gute Frage, das beschäftigt viele am Anfang. Bei meinen 12 kWp über 7 Jahre hinweg kann ich dir da aus Praxis berichten:
Die größten Fehler sind meist: zu hohe Ertragsprognosen ansetzen (Installer sind optimistisch), Wartungskosten unterschätzen und Verschattung nicht berücksichtigen. Ich hatte anfangs Nachbarbäume unterschätzt – das kostet mich jedes Frühjahr ein paar Prozent.
Zum Speicher: erst rechnen ohne, dann separat bewerten. Ein 10-kWp-System ohne Speicher amortisiert sich bei euch deutlich schneller. Der Speicher bringt dir Unabhängigkeit, aber die Wirtschaftlichkeit ist extra zu prüfen.
Wartung: bei mir sind's realistische 100-150 EUR/Jahr für Reinigung, Kontrolle. Inverter halten 15-20 Jahre, das ist ein großer Kostenfaktor – aber zeitlich oft erst nach der Amortisation relevant.
Vergessen wird oft: Versicherung, eventuell Elektriker beim Monitoring-Check.
Bereche conservativ mit 85% der Herstellerprognose für deinen Ort.
Pass auf mit den zu schönen Renditeberechnungen – viele Installer und Online-Rechner blenden da viel aus. Die 35 Cent Strompreis sind momentan aktuell, aber was ist in 5 Jahren? Egal, berechnest du mit jetzigen Preisen.
Was viele nicht einrechnen: Strompreissteigerung ist unsicher, Ertrag sinkt im Laufe der Jahre (ca. 0,5% pro Jahr), Wechselrichter muss nach 15-20 Jahren getauscht werden – das schlägt richtig rein.
Bei 10 kWp realistisch mit 9-12 Jahren Amortisation rechnen, nicht mit 8. Speicher separat, ja, aber ehrlich kalkulieren!