Hallo zusammen,
ich steige nach etwa 10 Jahren wieder in die PV ein und plane eine Dachanlage in Eigenregie zu installieren. Dabei stellt sich mir eine grundsätzliche Frage zur Wirtschaftlichkeit: Soll ich den Speicher direkt mitplanen und kaufen, oder erst mal nur die Module + Wechselrichter installieren und den Speicher in ein paar Jahren nachrüsten, wenn die Preise vielleicht noch weiter fallen?
Im Juli haben wir ja viel Ertrag, aber im Winter wird's dünn. Mein Stromverbrauch ist eher mittelmäßig, ich bin tagsüber teilweise nicht zu Hause. Einen großen Speicher von Anfang an zu kaufen – ist das wirtschaftlich sinnvoll oder werfe ich Geld raus, das ich erst später besser ausgeben könnte?
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Gibt es Punkte bei der Installation, die ich jetzt schon beachten sollte, um eine spätere Nachrüstung nicht zu erschweren? Freue mich auf eure Tipps.
Interessante Konstellation: Im Juli mit hohem Ertrag und mittlerem Verbrauch ist die Frage sehr berechtigt. Mein Tipp: Installiere die Anlage jetzt so, dass eine Nachrüstung technisch sauber möglich ist – das heißt konkret: Wechselrichter mit genug Reserve, ordentliche Verkabelung im Keller vorbereitet, Platzreserve für Batterie. Dann fahr die Anlage ein Jahr ohne Speicher und messe, was wirklich passiert. Die Daten sind dann real für deine Situation. Mit meinem Monitoring-Tool kann ich dir später sagen, wann sich ein Speicher konkret rentiert – das ist individueller als pauschale Rechner.
Meine Erfahrung: Wenn dein Eigenverbrauch nicht extrem hoch ist, lohnt sich ein großer Speicher oft nicht sofort. Versuch es erst mal ohne, beobacht deine Erträge über ein Jahr und entscheid dann. Gerade im Sommer wie jetzt brauchst du den Speicher weniger als im Winter – aber im Winter ist der Ertrag eh gering. Vielleicht reicht dir später ein kleineres System als du denkst. Schrittweise vorgehen ist nicht dumm.
Ich würde kritisch fragen: Rechnet der Installateur oder Verkäufer dir da wirklich realistisch vor, wann sich ein Speicher amortisiert? Oft wird mit Strompreiserhöhungen gerechnet, die so vielleicht nicht kommen. Die technische Seite: Wenn du jetzt DC-seitig nachrüsten willst, brauchst du einen Wechselrichter mit MPPT-Eingang – kosten extra. AC-seitig ist flexibler, aber weniger effizient. Das Kleingedruckte: Garantien auf Speicher sind oft kürzer als auf Module. Würde ich vorher gründlich durchrechnen, nicht auf Marketing hören.
Das ist eine häufige Frage, aber lass mich ehrlich sein: Die ganzen Versprechen der Hersteller zu fallenden Speicherpreisen und besserer Amortisation später – vorsicht ist geboten. Ja, die Preise sinken, aber sehr langsam. Was oft übersehen wird: Wenn du später nachrüsten willst, musst du deinen bestehenden Wechselrichter möglicherweise austauschen oder einen zusätzlichen kaufen. Das kostet extra. Schau dir mal das AC vs. DC-gekoppelte Speicher-Thema an – da wird klar, dass Nachrüstung oft teurer ist, als vorher die richtige Lösung zu wählen.