Guten Tag zusammen,
ich beschäftige mich derzeit intensiv mit den aktuellen EEG-Bestimmungen und deren Auswirkungen auf die Rentabilität von Kleinanlagen. Als pensionierter Verwaltungsbeamter bin ich gewohnt, solche Regelwerke gründlich zu analysieren.
Meine Frage richtet sich speziell auf Anlagen unter 10 kWp: Wie realistisch ist die Wirtschaftlichkeit angesichts der gestiegenen Installationskosten und der derzeit sinkenden Einspeisevergütungssätze im Juli 2024? Ich habe gelesen, dass die Vergütung für Neuanlagen aktuell bei etwa 8,5 bis 9 ct/kWh liegt – das erscheint mir deutlich niedriger als noch vor zwei Jahren.
Mir geht es nicht um eine überschlägige Rechnung, sondern um die differenzierte Betrachtung: Wie wirken sich die neuen EEG-Regelungen auf die Amortisationsdauer aus? Gibt es Unterschiede zwischen Volleinspeisung und Eigenverbrauchsmodellen bei dieser Größenordnung? Und welche Aspekte der EEG-Novellen sollte ich als Laie besonders beachten?
Ich freue mich auf sachliche Einschätzungen aus Ihrer Erfahrung.
Hallo Hermann,
aus meiner Erfahrung mit Speichersystemen kann ich dir sagen: Bei kleinen Anlagen lohnt sich oft der Eigenverbrauch mit Speicher deutlich besser als die reine Volleinspeisung. Bei meiner 8-kWp-Anlage mit Lithium-Speicher erreiche ich eine Eigenverbrauchsquote von etwa 75 %, und das macht den Unterschied aus.
Zu deinem Punkt mit den Vergütungssätzen: Ja, 8,5 ct/kWh ist für Volleinspeisung nicht attraktiv. Aber wenn du den selbst erzeugten Strom nutzt, sparst du effektiv 30-35 ct/kWh (deine Stromkosten). Das ist die entscheidende Rechnung bei unter 10 kWp. Die Dimensionierung des Speichers ist hier das A und O – zu groß wird's teuer, zu klein nutzt es nichts. Gerne helfe ich dir, das durchzurechnen.
Hermann, zum technischen Aspekt der EEG-Regelungen: Bei Anlagen unter 10 kWp entfällt seit der letzten Novelle die Regelung zur digitalen Fernsteuerbarkeit, das spart dir Kosten. Das ist positiv.
Zur Wirtschaftlichkeit konkret: Ich betreibe selbst eine 12-kWp-Anlage, also knapp über deinem Fokus. Bei meiner Anlagengröße ist die richtige Wechselrichter-Dimensionierung entscheidend – eben nicht einfach oversizing. Bei Anlagen unter 10 kWp würde ich ein Single-MPPT-Gerät oder einen kompakten String-Wechselrichter empfehlen, das senkt Installationskosten und Verluste.
Fazit: Unter 10 kWp lohnt sich PV heute vor allem mit hohem Eigenverbrauch. Die reinen Einspeisevergütungen sind zu niedrig geworden.
Kleine Anlagen rechnen sich schlecht, punkt. 10 kWp mit oder ohne Speicher – man arbeitet für Peanuts.
Moment Hermann – pass auf, dass dir da nicht jemand einen Speicher aufschwätzt, den du nicht brauchst. Die meisten Anlagen unter 10 kWp rechnen sich OHNE Speicher deutlich schneller. Volleinspeisung mag bei 8,5 ct unattraktiv sein, aber eine 7-kWp-Anlage ohne Speicher kostet heute etwa 7.000–8.000 Euro und amortisiert sich in 10–12 Jahren. Mit Speicher? Leicht 18–20 Jahre.
Die EEG-Regelungen sind hier tatsächlich relevant: Anlagen bis 10 kWp haben Vereinfachungen bei der Anmeldung, aber du darfst kein negatives Guthaben haben (Bilanzierungsregel). Das betrifft dich hauptsächlich bei Volleinspeisung. Meine ehrliche Meinung: Speicher nur, wenn du tagsüber viel Verbrauch hast.